Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 3 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Daß ein Teil Israels im Suchen begriffen ist, sehen wir an den Bestrebungen der Zionisten. Lin Teil fühlt seine Vereinsamung, seine Zurücksetzung trotz aller Machtstellung durch den Besitz, durch die Presse und durch die Intelligenz. Lin Teil fühlt sich bedroht durch die Sozialdemokratie und Anarchie. Lr strebt nach einem Zusammenschluß, nach einem einheitlichen Volkstum, nach einem Staate mit einem Haupte. Lr sucht nach einer Heimat, nach einem Vaterlande und ist des unstäten Umherziehens müde. Lr denkt an dis Vaterliebe, die das Volk in Palästina genossen, an das viele Gute, das es gehabt, das besser war als alle Schätze dieser Welt. Aber was man sucht und begehrt, findet man so nicht. Der lokale Zusammenschluß, das nationale Volksleben und Königtum, der religiöse Kult, die Repristination der Theokratie macht es noch nicht aus. Das alles ist ein Turmbau, an dem Gott der HLrr so wenig Gefallen hat, wie einst an dem zu Babel. Hier hilft nur Lines: „Glaube an den HLrrn )Lsum Christum, so wirst Du und Dein Haus selig werden." Hier hilft nur Buße und Bekehrung zu dem Hirten und Bischof der Seelen. „Suche ILsum und sein Licht: Alles andre hilft Dir nicht." Line Herde soll die ganze Menschheit sein unter dem Linen Hirten ILsu Christo. Auch ein christianisiertes Judentum mit Taufe und Beschneidung, mit Gesetzeszwang und Lvangelium, mit eigner Werkgerechtigkeit und Glaubensgerechtigkeit heilt den Schaden Josephs nicht, sondern nur lebendiger Glaube an den HLrrn ILsum, den Gekreuzigten und Auferstandenen, den einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen. In Christo ILsu gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern eine neue Kreatur, oder der Glaube, der durch die Liebe thätig ist. „Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib, denn ihr seid allzumal Liner in Christo. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Verheißung Lrben." So schreibt der Apostel Paulus an die galatischen Christen (Gal. 5, 28. 29). Ach, was wollten wir Christen lieber, als daß Ihr, liebe Brüder unseres hochgelobten HLrrn ILsu Christi und durch ihn auch unsere Brüder aus eigenster Herzenserfahrung sagen könntet: „Die Verheißung bei Iesaia (35,5): Alsdann werden der Blinden Augen aufgethan werden und der Tauben Ohren werden geöffnet werden; alsdann werden die Lahmen locken wie ein Hirsch und der Stummen Zunge wird Lob sagen, — sie ist erfüllt I" O, wie würden wir uns freuen, wenn Ihr mit uns bekennen könntet: „Der HLrr hat auch an mir seine Wunder gethan! Ich war elend und bin sehend geworden. Ich kann seine Herrlichkeit sehen, die Herrlichkeit des eingeborenen Sohns vom Vater. Ich war lahm, aber der HLrr hat zu mir gesprochen: Stehe auf, hebe Dein Bette auf und gehe heim! Ich kann nun gehen auf dem schmalen Wege, der zum Leben führt. Lr hat auch mein Ohr geöffnet durch sein Hephata, daß ich seine Hirtenstimme, seine Worte des Lebens hören kann. Lr hat mich durch sein Blul gereinigt von dem Aussatz der Seele. Lr hat mich angezogen mit