Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 3 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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§11 ibre Wmeth. Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. 3. — 54. Jahrgang. — 1898. Inhatl: Brüderliche Worte an Israel. — Uns Ronstanlinopel. — Der Hamburger Arzt Dp. Bauschenplat als Reliqionspbilosopb. — Zeugnisse des Dichters Lbristian Fürchtegott Geliert. — Die Bibel als System. — Zu Jes. 33, 18. — Zu Matth. 5. — Zu Mattb. 7, 16 ff. — Das angebliche Grab Davids in Jerusalem. — Die Londoner Iudenmisston in Berlin 189?. — Bücherbericht. Brüderliche Worte an Israel. Auf die Frage der Johannisjünger: „Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten?" gab der £)<£xi JEsus einst eine so deutliche und überzeugende Antwort, daß keiner von uns Christen daran zweifelt, JEsus sei der verheißene Messias, der von den Propheten verkündigte Retter und HEiland der Sünder, der rechte Arzt Leibes und der Seele, der erwartete und ersehnte Trost Israels, der König Israels, der König über alle Lande, der König der Ehren. Daher singen wir auch mit großer Freudigkeit: „Lr ist gekommen, Lr, auf den die Väter harrten, Und langer dürfen wir nun keines andern warten. Lr, der Propheten Wunsch, den Könige so gern' Seh n wollten, Lr ist da. wir haben ihn znm lhLrrn. Daß in JEsn Christo der verheißene Messias, der HEiland der Welt, der Sohn Davids gekommen ist, wissen wir außerdem aus eigenster Herzenserfahrung, wir können sagen: „Ich lag in schweren Bande»: Und hebst mich hoch zu Ehre» Du kommst und machst mich los. Und schenkst mir großes - Gut, Ich stand in Spolt und Schanden: Das sich nicht läßt verzehren, Du kommst und machst mich groß , Me irgend Reichtum thut." Aber unter Euch, Ihr Kinder Israel, gibt es viele, die noch zweifeln, ob JEsus Christus der rechte von Gott gesendete Messias und HEiland der Welt sei. Sie stoßen sich an der Niedrigkeit, an der Knechtsgestalt des HErrn JEsu, an der Unsichtbarkeit und Unscheinbarkeit seines Reiches und seiner Jünger. Sie denken nicht an das Wort: „Selig ist, der sich nicht an mir ärgert" und an das andere: „wer sich meiner und meiner Worte schämet, des wird sich auch schänten des Menschen Sohn, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit." Sie warten und warten immerfort. Die meisten aber unter Euch sind des Wartens müde geworden und machen das Geld zu ihrem Gott und HEiland und sprechen zum Goldklumpen: „Du bist inein Trost!" Wann werden Euch die Augen aufgehen, daß Ihr die Herrlichkeit des Sohnes Gottes erkennt, daß Ihr mit Buße und Reue den erkennt, in welchen Eure Vorfahren gestochen haben? wann werden alle Völker im Lichte der in Christo aufgegangenen Gnadensonne wandeln?