Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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\o Empfehlung des Zionismus wird aufrecht halten können. Jedenfalls scheint es uns nötig, bei der Beurteilung seiner jetzt vorliegenden Arbeit die angegebenen Gesichtspunkte anzuwenden. Wir können der von ihm beliebten Scheidung des 5ozial-j)olitifchen vom Religiösen nicht zustimmen. Zn allem, was das Volk der Religion der Bibel angeht, bietet eben diese Religion den besten, ja, den einzig möglichen Standort für den Betrachter dar. Zu 1. Sön. 19- 11 f. Luise Henriette, die Gemahlin des Großen Kurfürsten, sagte am Tage vor ihrem am *8. Juni 1667 nach schwerem Leiden erfolgten Hinscheiden zu ihrem Hofprediger Stosch: „Der Prozeß, den der HErr mit Elia gehalten, worin er ihn einen Sturni, ein Beben der Erde und ein Feuer hat erfahren lassen, ist auch über mich ergangen. Nun hoffe ich, es werde auch ein sanftes Sausen Nachfolgen, er werde mir mit Gnade und Hilfe erscheinen." Diese Hoffnung ging bei dem sanften und stillen Abbruch ihrer Leibeshütte in Erfüllung. Als Stosch sie am Todestage, nachdem er mit ihr gebetet hatte, fragte, ob sie fühle, daß Gott ihr gnädiger Vater sei antwortete sie mit einem deutlichen Ja. Hierauf schlief sie ein. Gegen 6 Uhr nachmittags war ihr Atem unmerklich entschwunden. Zu Luk. 16- 19 ff. Mit einer Gewißheit, welche über die Zweifel der Menschen majestätisch hinwegschreitet, redet Jesus hier von dem Zusammenhang zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. wir werden dabei aufmerksam auf dreierlei, das im Tode fortdauert: das Leben der Seele, die Erinnerung an das Diesseits, die Stellung des Herzens zu Gott; ferner auf dreierlei, das im Tode aufhört: die Trübsal des Frommen, das Glück des Gottlosen, die Verkündigung des göttlichen Wortes; endlich auf dreierlei, das im Tode anfängt: die ewige Scheidung der Frommen und Gottlosen, die Seligkeit der Frommen, die Pein der Gottlosen. (Nach v. G. Behrmann.) Zum Nachdenken. Ein Hauptgrund, warum man nicht öfter mit freudigem Aufthun des Mundes ein Zeugnis ablegt, i\t der Mangel an Glauben. Man stößt auf Menschen, von denen man sich's garnicht denken kann, daß jemals das Wort vom Kreuz an ihrem Herzen eine offene Stelle finden sollte. Zinzendorf sagte, der Umgang mit Menschen von allerlei Art werde ihm ganz leicht, wenn er sie alle als Kandidaten des Himmelreichs ansehe. Dazu gehört großer Glaube, wenn man es zumal mit solchen zu thun hat, an denen schon die besten geistlichen Schützen jahrelang ihr Pulver verschossen, die auch nicht einmal, wenn Gottes Hand sich schwer auf sie gelegt hat, mürb' und klein geworden sind: dann doch noch daran festzuhalten, daß auf den grauen Morgen und den regnichten Mittag ein schöner Abend folgen könne, dazu gehört viel Glaube. Hat man nun den Glauben nicht, da wird einem bei seiner Rede das Herz blöde, und die Worte eines blöden Herzens find freilich nur stumpfe Pfeile. Glaubt man's aber in Kraft und Wahrheit, daß ein Gott seine Augen und sein Herz über der Welt offen hat, der kein Gefallen hat an dem Tode des Gottlosen und wartet, daß sich jedermann zur Buße kehre, dann kriegt man, auch wo man's mit Widersachern der Wahrheit zu thun hat, ein kühnes Herz, aus dem die Worte wie geschwinde, scharfe Pfeile fliegen. Nur muß man freilich sich nicht abschrecken lassen, wenn die Pfeile oftmals abprallen: es kommt nicht bloß auf die Beschaffenheit unserer Waffen, sondern auch auf' des HLrrn Stunde an. Man muß eben wiederkommen, muß der Antwort sich erinnern, die der HErr dem Petrus auf die Frage gab, wie oft wir dem Bruder vergeben sollen, und die auch hier ihre Anwendung har. Bei denen, mit denen man alle Tage zu thun hat, ist's am wenigsten nötig, viel mit Worten zu bekehren. Sind wir nur wirklich ein Fruchtbaurn, mit den schönen Früchten, die der Glaube treibt, behängen, so ist ohne allen Zweifel, auch ohne daß wir irgend den Mund aufthun, die erste Wirkung davon, daß diejenigen, deren Herz nicht ganz an die Finsternis verkauft ist, eine gewisse Ehrfurcht für die Sache des Evangeliums bekommen, sodaß sie von selber danach