Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Vk Freisinnigkeit des Zionismus zu, daß sie das richtige Verhältnis zwischen beiden Religionen herausfinden und praktisch durchführen werde. Bei aller Anerkennung der vielen ernsten, für israelitische Leser zum Teil bitteren Wahrheiten, welche heman in seinem Buch niedergelegt hat, müssen wir doch gestehen, daß wir ihm in der Hauptsache nicht zu folgen vermögen. Zwar ist es keine Frage, daß das N. T. uns lehrt, hoffnungsvoll in Israels Zukunft hinauszuschauen. Und diese Hoffnung betrifft nicht nur einzelne Nachkommen Jakobs, sondern die Masse, die Nation. Wie man angesichts der Weissagung Rom. 26 an einer nationalen Wiedergeburt Israels zweifeln kann, ist uns unbegreiflich. Auch halten wir es nach dem A. T. für ausgemacht, daß das erneuerte Volk in den Besitz Palästinas gelangen wird.^L Israel soll in das Land seiner Väter zurückgeführt werden, um dort die Gnadengabe des vollen Heils zu genießen. Die Rückkehr in das dem Abraham und seinem Samen zugewiesene Land bildet fast in allen a. t. -Heilsankündigungen einen hervorstechenden Zug der Heilszeit. Insofern stimmen wir also mit den Zionisten völlig überein. Ihr Ziel schwebt auch uns als ein erreichbares vor. Aber wir bestreiten, daß es auf dem von ihnen eingeschlagenen Wege erreichtwerden könne. Der Zionismus bezeichnet ebenso wie der Sozialismus die religiöse Betrachtungsweise als Privatsache. Gr vereinigt Alt- und Neugläubige. Auf einer solchen Verbindung kann Gottes Segen nicht ruhen, hier muß ein Wandel eintreten. Man darf '.die Religion nicht länger außer Betracht lassen und von dem Gott der Bibel nicht länger Abstand nehmen. Soll bei dem kühnen Unternehmen von Di', herzl und seinen Anhängern etwas herauskommen, so muß man mit der Sinnesänderung auf Gott hin beginnen und mit dem unbedingten Gehorsam gegen Gott fortfahren. Da nun aber Gott in seinem Wort die Wiederherstellung Israels von dem Gingreifen und der Leitung des Messias abhängig macht, so muß der Zionismus auch in dieser Hinsicht sein Verhalten ändern. Wohl bekannte Rabbiner Mohilewer beim Baseler Kongreß den Glauben, daß Gott in dem während der letzten 2000 Jahre erwarteten Messias seinem Volk einen Grlöser senden werde, um es nach Palästina zurückzubringen. Die Mehrheit befindet sich indessen in dem Wahn, daß sie eines solchen göttlichen Gesandten nicht bedürfe. Gndlich, und hiermit nennen wir unser Hauptbedenken, haben wir' deshalb kein Vertrauen zur zionistischen Bewegung, weil sie die größte That der göttlichen Liebe zu Israel, die in IGsu erfolgte Selbstoffenbarung des Gwigen, ignoriert. Der Unglaube gegenüber IGsu hat den Zusammenbruch des alten jüdischen Staates verschuldet. Ohne den Glauben an ihn, den Gottessohn, der zugleich der verheißene Messias ist, kann ein neuer Iudenstaat nicht aufgerichtet werden. Der7i Schlüssel zum heiligen Land liegt in IGsu durchgrabener Hand. Gs ist möglich, daß Professor heman in der von ihm in Aussicht gestellten weiteren Schrift dieselben Bedenken geltend machen wird. Wir verstehen dann freilich nicht, wie er seine