Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 2 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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*6 fragen, was das für eine Wurzel fei, aus der solche Früchte Hervorkommen. Wenn man denen, die vom Evangelium nichts wissen wollen, nur die Überzeugung beibringen kann, daß dasselbe die Anweisung und die Kraft ist, ein rechter Mensch zu werden, so hat inan damit schon das Herz solcher gewonnen, die überhaupt für Gottes Stimme ein offenes Ohr haben. (A. Tholuck.) Aus der jüdischen Presse. Das Wort Gottes ist dem jüd. Volke, all den Armen und Dürftigen im Geiste, etwas Unbekanntes. Jenen, die wohlvertraut sind mit der ganzen modernen Schund- und Schandlitteratur, ist das lebendige Wort des ewigen Geistes ein starrer Fels geworden. Die Thora muß wieder die erste Grundsäule unseres Judentums sein, wenn dies, nicht ganz dem verfalle preisgegeben werden soll. » (A. §. d. 3. 1697, Nr. 29.) 2. wir sollten der Wirksamkeit der Mission rege Aufmerksamkeit widmen, damit wir nicht einmal sehr unangenehme Überraschungen erleben. Zustände, wie die von Wien erwähnten (500 Taufen jährlich unter 120000 Juden), oder die Thatsache, daß in der großen reichen Gemeinde in Budapest 260 arme jüd. Kinder die Missionsschule besuchen, lassen für die Zukunft wenig Gutes erwarten. (Ebd. Nr. 30.) 3. Da in einem eventuellen Iudenstaate die Glaubensgenossen aus den meist slavischen Ländern mit rückständiger Kultur die erdrückende Mehrzahl bilden würden, so schaudert uns bei dem Gedanken, als versprengte Teile westeuropäischer Livilisation in deren Mitte leben, mit ihnen eine politische Gemeinschaft bilden zu müssen. (Ebd. Nr. 39.) q. heutzutage kann es sich nur noch darunl handeln, wenn wir dem fortschreitenden verfall und Abfall Vorbeugen wollen, der Jugend wieder die Achtung vor dem sittlichen Inhalt der jüd. Religion einzupflanzen. Das kann aber nicht mehr geschehen durch strengen Hinweis auf überlebte Formen und Einrichtungen, sondern durch immerwährende Betonung und Lehre der wahrhaft sittlichen Grundlage der von unzeitgemäßem Beiwerk gereinigten Religion des prophetischen Judentums. (Ebd. Nr. 40. vgl. Kol. 2, 16 f.) 5. Es ist bekannt, daß viele unserer Glaubensgenossen das Weihnachtsfest strenger als ihre eigenen Feste feiern, daß sich Sylvester in jüd. Familien bereits Bürgerrecht erworben, was aber bis jetzt nur wenigen bekannt sein dürfte, ist die Thatsache, daß ein Teil der Berliner Iudenheit auch dem Totensonntag seinen Tribut zahlt. Noch wenige Jahre, und die Heranwachsende Jugend wird den Totensonntag zu den Festen des Judentums zählen, das ohnedies fast zu einer Religion des Todes geworden ist. (Ebd. Nr. 48) 6. Neben der Lehre von der Einheit Gottes und der Vorschrift sittlichen Handelns gegenüber den Menschen ist alles andere (!) nur Beiwerk, welches aus dem Gesichtspunkt der Zweckmäßigkeit abänderbar ist. (Ebd. Nr. 50.) 7. wir erfreuten uns niemals wirklicher Sympathieen. Dürfen wir aber daraus dem Nichtjuden einen Vorwurf machen? Neigungen sind inkommensurabel und von tausend Dingen abhängig, die weder von Individuen noch von Nationen im Handumdrehen geändert werden können. (Ebd.) ZLriefkasten. hrn. 3c. Sie sagen: „Das Christentum ist der mosaischen Religion gegenüber etwas Sekundäres." Das ist in Liner Hinsicht richtig: nach seinem geschichtlichen Auftreten, seiner Erscheinung in der Zeit. Insofern ist auch die Blume gegenüber der Knospe, die Ähre gegenüber dem Korn, der Erwachsene gegenüber dem Kind, die Mittagssonne im Verhältnis zum Morgenrot etwas Sekundäres. Achtet man aber auf würde, und Wirkung, so wird hier wie dort das Sekundäre zum Primären. Auf die Überlegenheit des Christentums deutet schon die alttestamentliche Weissagung hin, z. B. Ier. 5\, 3\—3^; Ies. 49, 6; Hag. 2, 7—10; Sach. 9, 9 f. und 9. Herausgeber: Prediger W. Becker, Friedenau-Berlin, hanffstraße 13. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von I. Mindolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.