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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 1 (1898) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 Nachdem die evangelische Rirche in Frankreich ihre äußere Wiedergeburt erlebt hatte ((789), konnte sich auch hier die Liebe zu Israel wieder in der früheren Weise bethätigen. Der erste Missionar der 5(822 gestifteten Pariser Missionsgesellschaft, Jonas Ring, wurde zu den Juden und den Muhammedanern Palästinas gesandt. Später widmete sich die Gesellschaft ausschließlich der Heidenmission. Sie konnte das um so eher thun, als 5(832 in Toulouse ein besonderer Verein von Freunden Israels gebildet wurde. Am (H. Februar 5(888 entstand, hauptsächlich dank der kräftigen Anregung von Pastor Rrüger in Gaubert, ein neuer Verein für die Evangelisation Israels (diesen Ausdruck enthält fein Name buchstäblich), da der Toulouser inzwischen eingegangen war. Den Statuten zufolge sucht dieser Verein, welcher zugleich die Bemühungen der Hugenotten des 5(6. Jahrhunderts wieder anfnehmen will, nicht nur Prediger und Laien zur gelegentlichen Mitarbeit heranzuziehen: er ordnet auch eigene Missionare ab. Nach der von ihm aufgestellten Glaubenserklärung bildet für ihn die heilige Schrift die höchste Autorität in Glaubenssachen und ist die biblische Thristuslchre der feste Grund, auf dem er steht. Zu seinen Mitgliedern gehören Reformierte, Lutheraner und andere Protestanten, die sich zu den Grundsätzen der Evangelischen Allianz bekennen. Über den Fortgang seiner Arbeit berichtet das Monatsblatt Le Reveil d’Israel. Unter den Nachkommen der aus Frankreich vertriebenen Hugenotten steht in der Gegenwart als Förderer der Iudenmifsion obenan Pastor I. de le Roi. Hier mag auch erwähnt werden, daß eine Berliner Hugenottengemeinde der 5(822 gegründeten Berliner Gesellschaft zur Beförderung des Thristentums unter den Juden, deren erster Missionar jetzt Prediger Bieling ist, seit einigen Jahren Gastfreundschaft gewährt, sofern sie gestaltet, daß der sonntägliche Missionsgottesdienst dieser Gesellschaft in ihrem Gotteshaus in der Rommandantenstraße abgehalten wird. Wer den Geist des Evangeliums in sich ausgenommen hat, nimmt an der Ausbreitung des Evangeliums teil. Der wahre Evangelische evangelisiert. Eins der Ziele dieser Thätigkeit ist die Gewinnung Israels. Aufgrund der ihnen zuteil gewordenen Wahrheitserkenntnis konnten es die alten französischen Protestanten nicht lassen, sich an das Volk des alten Bundes zu wenden. Auch das jetzt lebende Geschlecht muß Israels gedenken, nicht nur um seinen großen Überlieferungen, diesem kostbaren Erbe der Väter, Ehre zu machen, sondern vor allein um die schuldige Treue gegen das ihm anvertraute lautere Gotteswort zu bewahren. Und wenn nun doch vielleicht hie und da eine Gleichgültigkeit in Sachen der Mission eingerissen ist, dann sollten die Gemeindevorsteher sie mit Wort und That bekämpfen. Namentlich ist es die Aufgabe der Prediger, den Erwachsenen und den Rindern durch Belehrung und Beispiel das Gewissen zu wecken, damit sie der Evangelisation Israels nicht vergessen, sondern sie mit Fürbitte, Beisteuer und womöglich auch eigenem Missionszeugnis unterstützen.

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