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Dibre Emeth · 1898-01-01 · 1 (1898) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 nahm man unter die Bestimmungen der Kirchenordnung die folgende auf: „Es soll kein Heide oder Jude, in was für einem Alter er fein möge, eher getauft werden, als bis er in den Grundstücken der christlichen Religion zuvor unterwiesen ist und einen seinem Bekenntnis entsprechenden Lebenswandel gezeigt hat." Den zweiten Zeitraum der Geschichte des französischen Protestantismus eröffnet das Edikt von Nantes (4598). Der Mann, dem das letztere teilweise zu verdanken war, Philipp de Mornay, trat auch als Freund Israels auf. In einer Schrift über die Wahrheit der christlichen Religion und in einer besonderen Ansprache an die Juden suchte er das Volk des alten Bundes zur Annahme des in IEfu erschienenen Messias zu bewegen. Beide Arbeiten wurden bald in verschiedene Sprachen übersetzt, so daß die Stimme des frommen und gelehrten Staatsmannes in mancherlei Kreise drang. Als Probe seiner Denk- und Redeweise mögen einige Sätze der Ansprache dienen: „Ich beklage und beweine euern jetzigen jämmerlichen Zustand. Seit geraumer Zeit ist eure Nacht von keinem Stern erleuchtet worden. <£s ist Zeit, daß ihr anfanget, an euren Auslegungen der Verheißungen Gottes zu zweifeln. Ihr habt dem Erlöser seinen Lauf nicht gelassen: ihr erkanntet ihn nicht, sondern erwartetet ihn in einer andern Gestalt als der euch verheißenen und beschriebenen. Es ist mir aufrichtig leid, daß euch unter uns viel Spott und hohn widerfährt und euch solches vielleicht abhält. Aber ihr werdet jetzt die Ohren aufthun, um Gottes Stimme, die wir aus seinem Wort euch vortragen, anzuhören." Die Bekehrung Israels ersehnte ferner der Pariser Gelehrte Frigenilla. Derselbe besuchte Frankfurt a. M. und Venedig, um seinen Missionstrieb zu befriedigen. In die Heimat zurückgekehrt, begann er das N. T. ins hebräische zu übersetzen. Doch unterbrach bald der Tod sein Wirken. Von einzelnen Theologen, die als Schriftsteller in der Iudenmission thätig waren, sind noch zu nennen: I. de la Place, P. de la Fons, M. Amyraut. (644 beschäftigte sich wieder eine kirchliche Versammlung, die Synode zu Tharenton, mit Israel. Dieselbe, setzte ein Formular für die proselytentaufe fest. Wir kommen an den dritten Abschnitt der inhaltsreichen Geschichte der Hugenotten. Ludwig XIV. hob das von Heinrich IV. erlassene Edikt auf (1685). Nachdem der König schon zwei Jahre vorher den evangelischen Gemeinden die Aufnahme von Juden verboten hatte, suchte er sie ihnen jetzt geradezu unmöglich zu machen, wie er ja überhaupt alle ihre Lebensäußerungen unterdrücken wollte. Aber die Gewaltmaßregeln erreichten ihren Zweck nicht ganz. Das von der Reformation angezündete heilige Feuer ließ sich nicht mehr löschen. Es brannte in Frankreich selber weiter, besonders in der Kirche der Wüstes und die Flüchtlinge trugen es auch ins Ausland. Wenngleich fortan in der alten Heimat für die Evangelisation Israels öffentlich nichts mehr gethan werden konnte, so geschah dies doch in der neuen. Sowohl in Holland wie in England förderten in diesem Zeitraum französtsch-reformierte Gottesgelehrte die Arbeit der Iudenmission.

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