Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 54 (1898)
- Issue
- 1 (1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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welche zuerst gewürdigt wurden, es weiter zu tragen. In den Worten des Neuen Testaments, welche Männer aus Israel geschrieben haben, bringen diese das Heil noch immer allen Völkern. Juden sind so noch immer die Lehrer der christlichen Airche. Hätte Israel als Volk an den Heiland geglaubt, so wäre dieser Vorzug vor allen Völkern offenbar geworden. Die Airche Ehristi wäre dann nicht bloß eine Behausung Gottes im Geist (Eph. 2, 22), sondern ein in sichtbarer Herrlichkeit leuchtender und die Welt mit dem Schwerte des Geistes überwindender Gottesstaat geworden. Jetzt ist der Vorzug Israels durch Israels eigene Schuld verdeckt, da es seinen Heiland gekreuzigt hat. Aber wenn das Evangelium allen Völkern gepredigt worden ist, wird auch Israel nicht mehr in seiner Verstocktheit beharren. Wenn der Abfall von Lhristo in der aus der Heidenwelt hervorgegangenen alten Christenheit sich mehrt und vollendet, wird Israel nicht bloß in einzelnen Personen, sondern als ein ganzes, organisiertes Volk sich zu Christo bekehren und dann die äußere Grundlage des verheißenen Gottesreiches werden, der Stamm eineralle Verfolgung des Antichristentums, auch das Gericht über die Welt überdauernden Märtyrergemeinde, des verheißenen Gottesstaates, der über alle Völker sich ausdehnen wird. „Das Heil kommt von den Juden." Das gilt von der Vollendung des Heils wie von seinem Anfänge. Aber freilich, es bleibt bei dem Gesetze der Auswahl, das die ganze Geschichte Israels regiert. Nicht alle einzelnen Israeliten werden zu dieser Seligkeit kommen, sondern nur die, welche im Glauben an Thristum durch den heiligen Geist versiegelt worden sind und so als Zeugen und Märtyrer Christi ausharren bis ans Ende (Offb. Ioh. 7, 8). <£. Billig. Die Hugenotten und die Evangelisation Israels. Bei der letzten Berliner Tagung des Deutschen Hugenottenvere'ms war ein Abend der Erinnerung an die EvangelisationstbätigkeiL der Hugenotten gewidmet. Auf Wunsch erscheint einer der damals (am ^z. Oktober v. I.) gehaltenen Vorträge hier im Auszug. Die Reihe der französischen Protestanten, welche das Evangelium dem Volk Israel predigten, beginnt mit Calvin. Der große Reformator schrieb an einen jüdischen Bekämpfer des christlichen Glaubens einen ausführlichen Brief zur Abwehr seiner Angriffe. Dies Schreiben wurde später in Buxtorfs Sj7nagoga Judaica veröffentlicht und so weithin verbreitet. Viel wichtiger aber ist der Umstand, daß der von Ealvin verfaßte Genfer Aatechismus allerorten in jüdische Hände gelegt werden konnte, nachdem Tremellius, Ealvins judenchristlicher Freund, ihn ins Hebräische übertragen hatte. Beza, des Reformators Amtsnachfolger, rief täglich den Heiland an, er wolle an seinen Bund gedenken und Israel in seinem Elend ansehen, auch den Lhristen Gnade verleihen, durch die Erkenntnis seines Wortes und das gute Beispiel eines heiligen Lebens die von aller Welt verachteten Nachkommen Abrahams zurückzurufen und auf den rechten Weg zu bringen. Als zu Paris die erste reformierte Nationalsynode stattfand,