Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1898-01-01 · 1 (1898) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
54 (1898)
Issue
1 (1898)
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2555022-2555023--09766-2565955
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2 Gericht für immer dem Verderben überläßt, in welches sie sich selber durch ihren Unglauben gestürzt haben. Das ist wirkliche Religion, und zwar eine Religion, wie sie vor Thristo kein Volk besaß mit Ausnahme des Volkes Israel, aus welchem nach Gottes Ratschluß der Erlöser kommen sollte. Mägen also immerhin Erzählungen aus dem Leben Buddhas und buddhistische Lehren eine äußere Ähnlichkeit haben mit Erzählungen aus dem Leben IEsu und mit Lehren des Neuen Testamentes, so fehlt ihnen doch der Geist Gottes, der das Alte und Neue Testament durchweht. IEsus ist ein Mensch, wie kein anderer es war und sein konnte, und Israel ist ein Volk, wie kein anderes es war und sein konnte. IEsus ist der Gottmensch, und Israel ist das Gottesvolk. Israel ist dies aber nicht durch sein Verdienst, sondern durch Gottes Gnade, die von Israel aus über alle Völker kommen soll. Da fand ich kürzlich in dem Buche eines mir um seines Luchens nach der Wahrheit willen werten Mannes folgenden Latz: „Dem Auftreten des Erlösers gegen die blödsinnige Überhebungssucht der Juden den andern Völkern gegenüber, welche Lucht jedoch selbst im Matthäusevangelium hin und wieder zum Durchbruch kommt, entspricht bei Buddha die Gleichgültigkeit gegen die Aastenunterschiede." Als Beweis für eine ähnliche Gleichgültigkeit des HErrn gegen die Volksunterschiede wird vor allem die Unterredung IEsu mit der Samariterin am Iakobsbrunnen angeführt. Aber gerade diese Unterredung beweist ja, daß IEsus durchaus nicht gleichgültig gegen die Volksunterschiede ist, wie Buddha gegen die Aastenunterschiede. Er sagt ja zur Lamariterin (Ioh. % 22): „Ihr wisset nicht, was ihr an betet. Wir wissen aber, was wir anbeten, denn das f?dl kommt von den Juden." Weil nach göttlichem Ratschluß das Heil von den Juden kommen sollte, ist er, der Gottessohn, ein Jude geworden. Darum hat er seinen Jüngern geboten, nicht zu den Heiden und Lamaritern zu gehen, und dem heidnischen Hauptmann zu Aapernaum und der Lamariterin nur deshalb geholfen, weil sie durch ihren demütigen Glauben an ihn die Beschneidung des Herzens empfangen und so sich erwiesen hatten als solche, die inwendig Juden waren. Als der treueste Israelit hat IEsus über den von ihm vorausgesehenen Untergang Jerusalems bittere Thränen geweint. Er hat sich, obwohl er's konnte, dem Morde, den man an ihm begehen wollte und wirklich beging, nicht entzogen, um so als das Lamm Gottes das Opfer zu bringen nicht bloß für Israels, sondern für der ganzen Welt Sünde. Nachdem seine Auferstehung bewiesen hat, daß dies Opfer von Gott angenommen worden ist, gehört er als Verklärter nicht bloß Israel, sondern der ganzen Welt als ihr f}(£rr und Heiland an, so daß er von da an seinen Jüngern gebieten konnte, dies Heil allen Völkern zu bringen. Ein Vorzug Israels blieb dabei bestehen. Denn von Israel ist ja dies Heil ausgegangen: ein Lohn Judas war der Sohn Gottes, der es erwarb, und eine Auswahl aus Israel waren diejenigen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.