Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 12
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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92 also nur zu einer kurzen grundlegenden Arbeit berufen. Die Leiche wurde am 20. Dezember auf dem Berge Zion beerdigt. TDiv übergehen die höchst interessanten Nachrichten über Alexanders Gattin und Rinder und heben nur noch hervor, daß feine Amtsthätigkeit in der Heiligen Stadt der evangelischen Kirche in der Türkei die rechtliche Stellung verschafft hat, von welcher aus sie immer mehr Boden gewinnen konnte, da sich die Pforte zu immer neuen Zugeständnissen genötigt sah. Der Protestantismus wurde jetzt als gesetzliche Religion anerkannt. Scbon entstand in Konstantinopel selbst eine evangelische Gemeinde. Besonders merkwürdig ist es hierbei, daß eine teilweise judenchristliche Gemeinde mit einem judenchristlichen Oberhaupt den Unterbau der neuen morgenländischen Kirche bildete. „Zeder Segen, welcher Israel bisher durch die predigt des Evangeliums in seinem Lande zuteil wurde, hat reichen und wachsenden Segen für die anderen Völkerstämme des Orients zur Folge gehabt. Es wird nach der Schrift auch dabei bleiben, und noch Größeres wird im Orient zur Erscheinung kommen, wenn das Werk unter Israel daselbst weiter fortgeht." Eine MissionsPredigt M. S. Alexanders. Während seiner missionarischen Thätigkeit in Deutschland kam Alexander einst in eine Synagoge, in welcher etwa 30 Juden versammelt waren. Nach Beendigung des Gottesdienstes redete er die Gemeinde folgendermaßen an: „Ihr Männer und Brüder! Mein Herz weint um euch, wenn ich den Ernst und Eifer ansehe, den ihr um Gott habt, der aber doch nicht nach der rechten Erkenntnis ist und euch nach Gottes heiligem Wort am Tage der großen Rechenschaft nichts nützen wird. Denn es hilft euch nichts, wenn eure Gebete und euer Eifer nicht aus einem Herzen kommen, welches die Macht des Heiligen Geistes umgewandelt hat, so daß ihr euer Nichts fühlt und es euch offenbar ist, daß euch die Gerechtigkeit fehlt, in der ihr vor Gott erscheinen könnt, und daß dieselbe allein in dem Messias gefunden werden kann, welcher ist Iehovah unsere Gerechtigkeit (Ier. 23). Ich bin durch die freundliche Fügung Gottes zu euch gekommen, um euch die frohe Botschaft von der großen Freude zu bringen, daß Gott sein Volk heimgesucht hat." Und nun führte er Ioh. 3, \6 an. Als einige ihn mit der Behauptung unterbrachen, daß Gott keinen Sohn habe, zeigte er aus Pf. 2 und anderen Stellen, daß der Messias im A. T. Gottes Sohn genannt wird. Ein Zuhörer trug die gewöhnliche jüdische Erklärung von ps. 2 vor, doch wurde ihm dieselbe von dem Missionar als eine irrige nachgewiesen. Fast alle hörten aufmerksam zu, als Alexander ihnen die Wahrheit noch weiter bezeugte und insonderheit die Vergebung der Sünden durch IEsum und in IEsu verkündigte. Es hatte fast den Anschein, als würde hier in einer christlichen Versammlung gepredigt. Der Missionar, der über die ihm gebotene herrliche Gelegenheit hocherfreut war, befahl die Anwesenden zuletzt der Macht der göttlichen Gnade. Er hinterließ ihnen Bibelteile und Traktate.