Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 12
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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evangelischen Airche in das Leben des Orients, und dieses steht wieder mit der Person des ersten evangelischen Bischofs in Jerusalem M. S. Alexander in enger Verbindung. Auf diesen Mann wollte daher unter dem angegebenen Gesichtspunkte der Verfasser dieser Schrift das Augenmerk lenken." Der erste Teil der Arbeit macht den Leser mit der Iugendgeschichte Alexanders bekannt. Geboren zu Schönlanke in Posen im Jahre j[799, erhielt er eine streng talmudische Erziehung. (8$ kam er nach England. Als Hauslehrer einer jüdischen Familie wurde er zuerst von einem christlichen Prediger, dann von seinem Prinzipal veranlaßt, das N. T. zu lesen. Als Aultusbeamter in Plymouth trat er dem Lhristentum näher. Aber erst nach schweren Seelenkämpfen folgte er dem Ruf des guten Hirten, den uns Gott gemäß der Verheißung Ezech. 5% gesandt hat. Er wurde \825 in Plymouth öffentlich getauft. Im zweiten Hauptteil begleiten wir den proselyten zunächst nach Exeter und hierauf nach Dublin, wo er nach kurzem Studium der christlichen Theologie als Diakon ordiniert wurde. Nachdem er auch die anglikanische Priesterweihe empfangen hatte, trat er \82*7 in den Dienst der L. I.-M. In Gemeinschaft mit Prediger Ayerst wirkte er eine Zeitlang in Deutschland, auch in seiner Heimatsproviuz und seinem Geburtsort. Nach England zurückberufen, entfaltete er hier eine segensreiche Missionsthätigkeit, auch noch, als er \852 zum Professor der hebräischen Sprache und rabbinischen Litteratur am Aing's Eollege ernannt worden war. An den Aldermanburykonferenzen, aus denen Mc Gauls „Alte Pfade" hervorgingen, nahm er regen und thätigen Anteil, obwohl ihm gegenüber der jüdische Widerspruch allemal ganz besonders heftig war. M0 bewog ihn die nach der Ermordung des Pater Thomas gegen die Juden von Damaskus erhobene Anklage, als Verteidiger seiner dortigen Volksgenossen aufzutreten. Sein Protest gegen die Blutbeschuldigung erhielt 57 Unterschriften von proselyten. Bald konnte Alexander den morgenländischen Juden noch in anderer Meise seine Liebe bezeugen. Der dritte Teil des de le Roi'schen Werkes führt uns nach Jerusalem. Alexander wurde der erste Verwalter des hier mit Preußens Unterstützung errichteten anglikanischen Bistums. Am 7. November J8^ weihte ihn der Erzbischof von Lanterbury zum Bischof. Am 2{. Januar M2 erfolgte der feierliche Einzug in Jerusalem, wo bereits eine Gemeinde von evangelischen Lhristen und proselyten vorhanden war. Am 28. Februar legte der neue Prälat den Grundstein zum Bau einer evangelischen Airche auf dem Berge Zion: der späteren Ehristuskirche, die Friedrich Wilhelm IV. lieber Messias- oder Trost Israels-Airche genannt hätte. In der provisorischen Aapelle durfte er bald die erste Iudentaufe vollziehen. Um seinen ausgedehnten Sprengelder Syrien, Lhaldäa, Egypten und Abessinien umfaßte, kennen zu lernen, unternahm er mancherlei Reisen. Auf einer solchen ereilte ihn an der Grenze des Landes Gosen am 22. November J8^5 der Tod. Er war