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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 11 · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 11
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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83 uns den Briefwechsel mit Ihnen, weil wir dadurch den Verdacht auf uns bringen, wir seien Spione der Italiener. Der gewöhnliche Abessinier weiß keinen Unterschied zu machen. Alle weißen Leute sind nach seiner Meinung Brüder und haben Line Politik, ob Italiener, Engländer, Deutsche, Franzosen. Nach 3 Wochen kamen wir von Ras Walie nach Debre Tabor zurück. Nun war es der nahen Regenzeit halber unmöglich, nach Dembea überzusiedeln, und so mußten wir Hütten bauen, um die Regenzeit in Debre Tabor zu bleiben. Nach der Regenzeit, im September, machte ich eine Reise nach Dembea, um einen Ort zu suchen, wo wir uns niederlassen könnten. Auf dieser Reise hatte ich Gelegenheit, einer Falaschafamilie das Evangelium zu verkündigen. Ich habe Hoffnung für sie, daß sie zum lebendigen Glauben an Ehristum kommen. Die Frau ist sehr empfänglich für Gottes Wort und verlangt nach Herzensfrieden. In Dembea fand ich, daß viele Flüchtlinge, Ehristen, proselyten und Falaschas, zurückgekehrt sind und sich in ihrer alten Heimat angesiedelt haben. Wir sind entschlossen, dasselbe zu thun, sobald die Regenzeit vorbei ist, obschon die Lebensmittel in Dembea teurer sind als in Debre Tabor. Wir haben den Eindruck, Gott habe für die Falaschas eine Zeit besonderer gnädiger Heimsuchung anbrechen lassen. Im allgemeinen sind die Falaschas zugänglicher, empfänglicher und heilsbegieriger als früher. Das große Hindernis für uns ist die Landeskirche. Welche schöne Gemeinden könnten wir sammeln, wenn wir Religionsfreiheit hätten wie die Schweden in Hamazin unter italienischer Regierung! Indessen arbeiten wir getrost weiter und legen die Zukunft in Gottes Hand. Eine Notzeit ist diese Zeit für uns. Wir können Ihnen nicht schreiben, wie wir wünschen. Das zum Leben Nötige können wir nicht kommen lasten. Wir sind verschuldet, hoffentlich werden unsere Boten uns Geld mitbringen. Grüßen Sie die Väter der Gesellschaft, unsere Mutter, Ihre Frau, und alle unsere Freunde! Beten Sie, lieber Herr und Vater, für uns! Wir bedürfen es recht, daß die Lüge nicht obsiegt und die Wahrheit unterliegt. Ihr nach Ihnen heimwehkranker, trauriger Lohn Goshu Belleta. Geschrieben in Debre Tabor am 28. Januar J897. Nachschrift. Meines Bruders Frau, die Witwe, sendet Ihnen Grüße und dankt herzlich für die Unterstützung. Alle proselyten haben tausendmal gedankt, als wir vor 3 Jahren die Liebesgaben austeilten. Es giebt viele recht arme unter ihnen. Mein letztes Geld nahm ich und kaufte eine Ruh, um Milch für unsere Rinder zu haben. Nun ist sie gestorben. Das ist eine harte Probe für mich und meine Frau. Aus -em 89. Jahresbericht -er L. Mit Einschluß der Missionarsfrauen standen im vorigen Jahr $2 Personen, darunter 80 Iudenchristen, im Dienst der Gesellschaft. Unter den predigtstätten ist die Missionskirche in Tunis besonders

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