Mannheim
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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 11 · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 11
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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82 einem Falascha nach Fogera gerufen. In Wogatera fanden wir eine Falaschafamilie, die vor der Mahdistenzeit in Asseso wohnte und dort durch unsere Brüder mit dem Evangelium bekannt wurde. Der Mann sagte: „Ihr reiset umher, um die Menschen;u verführen. Ihr wollt, daß wir Falaschas von unserer Väter Glauben abfallen. Ihr glaubt an drei Götter, während es doch heißt: höre, Israel, der HErr, unser Gott, ist ein einiger HErr/- Ich schlug meine Bibel auf, er-' klärte ihm alle messianischen Verheißungen und überzeugte ihn davon, daß es schon zur Zeit unserer Väter einen dreimal heiligen Gott gab, daß Jesus Ehristus uns durch seinen Gehorsam bis zum Tode von der Sünde erlösend zu seinem Eigentum erkauft hat, daß man nicht durch des Gesetzes Werke, sondern allein durch den Glauben an Iesum gerecht und selig wird. So verbrachten wir den ganzen Tag und den darauffolgenden halben. Er gab uns eine halbe Stunde weit das Geleit und versprach uns, er wolle uns bald in Abune Harra besuchen. Er bekannte, es mache einen tiefen Eindruck auf ihn, daß Ehristus für uns gekreuzigt und gestorben fei und dadurch uns Sündern eine Gerechtigkeit erworben habe, die uns, wenn wir glauben, geschenkt wird. Ehe wir uns trennten, setzten wir uns nieder. Ich las ihm noch Ioh. 3 vor und betete. Am Abend erreichten wir das Dorf Tuaher Abo. Dort fanden wir 2 Brüder mit ihren Familien, die Falaschas waren. Sie wollten uns zuerst nicht aufnehmen und beherbergen. Wir setzten uns vor ihren Hütten im Freien nieder. Da kam ein Regen. Nachdem wir naß geregnet waren, luden sie uns ein. Ich öffnete die Bibel, las ihnen lange vor und redete über das Gelesene. Ich erzählte ihnen, wie ich, ein geborner Falascha, zum Glauben an Lhristum kam. Nun gingen ihre Herzen auf, und es entstand bald ein lebendiger, aber friedlicher Gedankenaustausch. Zuletzt betete ich noch, und siehe da, wir durften mit ihnen zu Nacht essen und erhielten eine trockene Schlafstelle. Draußen regnete es die ganze Nacht. Am folgenden Morgen wurde unsere Unterredung fortgesetzt. Viele Stellen der Bibel wurden gelesen und erklärt. Der Tag verging sehr schnell. Wir hatten heilsbegierige Zuhörer. Wir ließen ihnen zum Weiterforschen eine Bibel und etliche unserer Traktate. Sie begleiteten uns eine weite Strecke Wegs. Ehe wir uns verabschiedeten, beteten wir noch zusammen unter einem Baum. Später besuchten sie uns in Abune Harra, wurden von Hiob Negusie noch weiter unterrichtet und auf ihr Verlangen getauft. Wenige Wochen nachher erhoben unsere Feinde, die abessinischen Priester, Alage über uns und unsern Unterricht und hetzten das Landvolk gegen uns Uetzer und Marienfeinde auf, so daß wir uns genötigt sahen, Abune Harra für immer zu verlassen. Wir zogen mit unsern Familien zu unsern Brüdern nach Debre Tabor, in der Absicht, noch vor Beginn der Regenzeit in unserer Heimat Dembea uns ansässig zu machen. Die Brüder meinten, zuerst müßten wir zum Ras Walie gehen und uns verabschieden. Der Ras war freundlich und fragte uns über alles mögliche aus. L Die Alagen der abessinischen Priesterschaft über uns waren ihm Nebensache. Aber er untersagte

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