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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 10 · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 10
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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?9 ist es gleichwohl, daß, während Heiden, die nach Gerechtigkeit wenig fragen, zum gelangen, Israel bei allem Streben nach gesetzlicher Gerechtigkeit weder diese, noch die Glaubensgerechtigkeit erlangt, sondern gerade an der Offenbarung Gottes in Christus zu Fall gekommen ist. Paulus läßt es auch nicht bei dem Schmerz über das tragische Geschick seiner Nation bewenden, sondern wünscht und erfleht derselben inanbetracht ihres ernsten, wenngleich blinden Eifers, der sie zum Widerstreben gegen das Evangelium geführt und damit die dermalige Bevorzugung der Heiden veranlaßt hat. Daß von einer Verstoßung Israels keine Rede sein könne, beweist jede Bekehrung eines einzelnen Juden, wie die des Paulus, und die Existenz einer nach Tausenden zählenden jüdischen Lhristenheit. Das Strafgericht der Verhärtung, welches Israel betroffen hat und noch weitere, äußere Gerichte nach sich ziehen wird, ist nicht Selbstzweck, sondern hat zunächst den Zweck, daß den Heiden das Heil zuteil werde; von der Heidenbekehrung aber läßt sich schließlich ein Rückschlag auf Israel erhoffen, durch welchen auch dieses noch gewonnen wird. Insbesondere den Heiden unter den römischen Christen giebt Paulus zu bedenken, daß er, sofern er Heidenapostel sei, dieser seiner besonder« Aufgabe stets mit der Nebenabsicht obliege, feine Volksgenossen dadurch eifersüchtig zu machen und wenigstens etliche zu gewinnen und so die Bekehrung Israels anzubahnen, mit welcher die Weltvollendung eintreten wird. Den Heidenchristen allein gilt auch die Warnung vor Überhebung über das jetzt verhärtete Volk und die Verkündigung der schließlichen Bekehrung Gesamtisraels als einer in der Schrift begründeten Offenbarungswahrheit. Der Abschnitt klingt aus in einen Ausruf der Bewunderung der göttlichen Weltregierung. (Einleitung in das N. T. I, S. 257 f.) ZU M. 139, 7 ff. (Einer morgenländischen Sage zufolge hatte König Salomo einen Kämmerer, der bei ihm in hohen Ehren stand, weil es dem Mann so wohl ging, hatte er wenig Lust, zu sterben. Aber der Tod fragt nicht nach unserer Lust oder Unlust: zur bestimmten Zeit muß jeder ihm folgen. Dem Kämmerer wurde plötzlich in einem Nachtgesicht kundgethan, daß in 3 Tagen der Tod kommen, ihn aller seiner Herrlichkeit entkleiden und vor Gottes Gericht stellen werde. Er stand schnell auf, trat vor seinen König, klagte ihm seine Not und bat ihn, er möchte ihm doch sein schnellstes Roß geben, damit er dem Tode entfliehen könnte, auch möchte er ihm einen Brief mitgeben, damit er überall, wo fein Roß müde würde, ein neues bekäme. Der König gab ihm Roß und Brief. Der Kämmerer aber ritt, wie ein Mensch reiten kann, in den 3 Tagen von Jerusalem aus über das Gebirge Ldoms nach der Grenze des wüsten Arabiens. Als am dritten Morgen die Sonne aufging, sah er vor sich am Rande der wüste auf einem grauen Stein den Tod mit seiner Sichel sitzen. Der rief ihn au: „Ei, suchst Du mich hier? Ich wunderte mich über den Befehl Gottes, welcher mir auftrug, hierher zu gehen an den Rand der wüste, um Dich vor seinen Thron zu führen. Ich dachte: wie soll ich denn Salomos Kämmerer in der wüste finden? Und nun kommst Du und suchst mich?" Zu Matth 5. Ei» aus Galizien stammender, in der Londoner Stadtmission angestellter Proselyt, Mark Malbert, beschreibt in seiner Lebeusgeschichte den Eindruck, den das obige Kapitel des N. T. beim ersten Lesen auf ihn machte, und die weitere Wirkung folgendermaßen: „Als ich Matth. 3 las, wurde ich von überwältigendem Staunen erfaßt, gleich als hätte mich ein Blitzstrahl getroffen. Lin feuriger wagen führte

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