Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 10
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2555035-2555045--09742-2565929- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
78 den eingebornen Sohn Gottes." Ich unterrichtete ihn gründlich, und nach Tagen wurde er getauft. Gott preisend, kehrte er zurück. Er ist gläubig. Lieber Herr! Durch Ihre Gebete und Gottes Güte wurden in Abune fjarra H, in Dembea 7 Falaschas getauft. Wir arbeiten, wenn auch unter viel Anfeindung, Lästerung und Verfolgung, ruhig weiter, harrend auf Gottes Hilfe und Errettung von unfern Widersachern. Paulus schreibt, er leide sich über dem Evangelium bis zu den Banden als ein Übelthäter, aber Gottes Wort fei nicht gebunden. Weil mehrere Priester und Laien öffentlich gegen die Irrtümer der abefsinifchen Kirche zeugten (und sich standhaft zu uns und unserer Lehre bekannten, erregten die abefsinifchen Priester, deren Gott ihr Bauch ist, einen Aufruhr unter dem Volk gegen uns Ketzer und Feinde der heiligen Jungfrau Maria, so daß wir von Abune Harra vertrieben wurden und seit November §896 in Debre Tabor wohnen. Vier Familien zogen mit uns hierher. Da es ihnen aber an Verdienst fehlte, gingen sie wieder in ihre Heimat zurück. Doch besuchen sie uns sehr oft. Der Priester Ain Alem, ausgestoßen von der Priesterschaft und seiner Verwandtschaft, lebt bei uns und ist ein treuer Zeuge Jesu. Er will sich nicht von uns trennen. Sein Losungswort ist das der Ruth: „Dein Gott ist mein Gott, und wo Du stirbst, sterbe ich auch!" Wir gedenken, wenn Gott uns den Weg ebnet, nach Dembea, in unsere Heimat, überzusiedeln. Die Witwe des verstorbenen Lehrers Merfcha sendet Ihnen Grüße. Ihre Kinder lernen in meiner Schule. Sie und noch viele andere bedürftige prosel^ten warten auf eine väterliche Liebesgabe von Ihnen. Ihnen, Ihrer Frau und Ihren Kindern samt allen Liebhabern des Reiches Gottes sendet seinen Salam Ihr heimwehkranker Hiob Negusie. Professor Th. Jahn über Römer 9—11. Wenn im Römerbrief ein jüdischer Lhrist wie Paulus in immer höher steigender Begeisterung die Herrlichkeit des durch Ehristus der ganzen Menschheit bereiteten und in seiner Vollendung selbst die vernunftlose Kreatur in seine Kreise ziehenden Heils hat beschreiben können, ohne anders als mit einer beiläufigen Bemerkung (3, 3) der Thatsache zu gedenken, daß das Volk der Offenbarung (3, 2; 5, 20) in seiner überwiegenden Mehrheit dieses Heils verlustig geht, so bedarf das der Erklärung, welche der Abschnitt (9—ist) bringt. Nach dem Lobpsalm 8, 3s—39 war es am Platz, mit aller Feierlichkeit zu beteuern, er (Paulus) trage unablässigen Schmerz um seine ungläubigen Volksgenossen im Herzen. 5o zwar will er dies nicht verstanden haben, als ob Gott seine Israel gegebene Verheißung nicht wahrgemacht habe, oder als ob die ungläubigen Juden aufgrund ihrer Abstammung und ihrer etwa noch hinzutretenden sittlichen Leistung ein Recht zur Beschwerde über die mit dem Evangelium eingetretene Wendung der Geschichte hätten. Vor diesen Irrtümern bewahrt ihn sein Verständnis der Geschichte wie der Weissagung des A. T. Aber überaus schmerzlich