Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 10
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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77 ZU unfern Familien nach Abune Harra. Gott sei Dank fanden wir alle wohl. Wir lasen zusammen den {03. Psalm und dankten Gott von Kerzen für die geistliche Anregung, die er uns durch Sie gegeben hat, und für feine Hirtentreue über uns. Aba Makonen hat in unserer Abwesenheit unsere Schule mit sichtlichem Erfolg fortgeführt. Sie zählt 23 Schüler: Anaben, 9 Mädchen; (0 proselytenkinder, s5 Thristenkinder. Während der Regenzeit nahmen viele abessinische Männer und Weiber an unfern Hausandachten teil. Nach der Regenzeit hörten wir, daß in der Stadt Auarata einige Falafchafamilien wohnen. Wir sandten zu ihnen und luden sie zu uns ein. Sie kamen und brachten etliche Tage bei uns zu mit Lesen und Durchforschen der Bibel. Wir gaben ihnen eine Bibel und Traktate mit. Von da an verkehrten wir viel mit einander. Nachdem sie lange Unterricht empfangen hatten, wurden sie auf ihre Bitte getauft. Es war ein schöner Festtag. Aus der Airche zurückgekommen, hatten wir ein gemeinschaftliches Essen. Da sich auch viele abessinische Thristen versammelten, hielten wir einen Gottesdienst ab. Viele eingeborne Thristen, die mit uns verkehrten und an unfern Gottesdiensten teilnahmen, zeugten nach und nach gegen die Irrtümer der abessinische» Airche. Von nah und fern kamen Leute zu uns, die um Bücher baten. Unsere Schule vergrößerte sich. Des Sonntags wurden unsere Gottesdienste sehr zahlreich besucht. Dies alles erregte den Neid!und die Eifersucht der Priester und Mönche in Auarata. 5o kam es, daß wir von ihnen beim Aönig und Bischof verklagt wurden als Leute, die, von England besoldet, protestantische Bücher und ketzerische Lehren unter dem Volk verbreiten und dasselbe verführen. Wie Ihnen Br. Argawi berichtet, mußte» drei von uns zum Aönig nach Schoa reisen. Es hieß bei uns, wie Paulus schreibt: Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir reisten über Godjam und das Gallaland. Die Gallas wollten uns nicht weiter reisen lassen. Endlich zahlten wir ihnen etliche Thaler, dann ließen sie uns passieren. Als wir des großen reißenden Wassers im Abai (Nil) ansichtig wurden, bebte unsere ganze Natur davor, besonders da man uns sagte, daß Tags zuvor mehrere Leute von den Arokodilen gefressen worden seien. Allein was thun? Brücken gab's nicht. Ein Boot war nicht zur Hand. Nachdem wir zuvor gebetet hatten, stürzten wir uns ins Wasser. Wir erreichten alle wohlbehalten das „andere Ufer, setzten uns dort nieder und erquickten uns an Pf. 23. Über unseren Aufenthalt im königlichen Lager, und wie sich Aönig Menilek und der Abuna zu uns verhielten, hat Ihnen Br. Argawi geschrieben. Als wir wieder zurück waren, bereitete ich durch Unterricht einen Falascha auf feine Taufe vor, während Aba Makonen und Belleta Schule hielten. Nachdem dieser Falascha getauft war, kam ein anderer und wollte getauft werden. Als ich ihn aber prüfte, fand ich, daß er nicht aufrichtig war, und sandte ihn daher wieder fort. Wir gaben ihm eine Bibel und mehrere Traktate mit und leiteten ihn zu Nutzen bringendem Lesen der Heiligen Schrift an. Nach etlichen Monaten kam er mit dem Bekenntnis wieder: „Ich glaube an Issum Thristum,