Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 10
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Weitere Briefe aus Abessinien. I. Dieser Brief gelange an meinen Vater, Herrn Flad, den Boten des Evangeliums, den Anecht Gottes. Lieber fjm°! Wir, Ihre Ainder, find umgeben von Traurigkeit und Trübsal, aber Gott hat in seinem ewigen Erbarmen bis heute über uns gewacht. Ich sprach: Mein Fuß hat gestrauchelt, aber Deine Gnade, HErr, hielt mich. Ich hatte viel Bekümmernis in meinem Kerzen, aber Deine Tröstungen ergötzten meine Seele. j)s. YH. Auf unserer Reise von Monkullo kamen wir nach Amd Work, wo wir drei Tage rasteten. Zufällig traf ich zwei Falaschas aus Dembea, die sich als Flüchtlinge mit ihren Familien hier angesiedelt hatten. Ich kam bald in ein religiöses Gespräch mit ihnen und legte ihnen die christlichen Grundwahrheiten ans £)«:;. Ich sagte ihnen zuletzt, daß auch wir Falaschas gewesen, aber durch die Weissagungen im A. T. davon überzeugt worden seien, daß Jesus der verheißene Weibessame und Schlangentreter ist, der uns erlöst hat: aus diesem Grunde seien wir Thristen geworden. Sie versprachen am Abend nach der Arbeit zu einer Unterredung zu uns zu kommen. Sie waren sehr erfreut, als sie hörten, daß wir Falaschas waren und ich ihnen sagen konnte, ich hätte ihre Väter gut gekannt. Am Abend brachten sie uns ein Nachtessen. Am andern Morgen kamen sie wieder zu uns. Ich hatte eine lange Unterredung mit ihnen und zeigte ihnen aus der Bibel, daß wir einen dreieinigen Gott haben, daß JEsus Gottes Sohn, der Welt Erlöser und auch mein Erlöser ist. Ich gab ihnen ein A. T., ein herzbuch und etliche Traktate. Sie versprachen, weiter darin zu forschen. In zwei Tagen kamen wir nach Abam. Man sagte uns, in der Wildnis vor uns feien viele Räuber. Es wurde uns bange, und wir verbrachten die Nacht wachend. Wir bezahlten etliche Männer vom nächsten Dorf, und diese begleiteten uns durch die schauerliche Wildnis. Am Ende waren diese Männer Verwandte der Räuber, welche diesen Weg unsicher machen. Solche Wildnisse giebt es in Westabesfinien nicht. Der Weg ist schmal, steinig und dornenvoll, so daß alles im Gänsemarsch gehen muß. Zur Rechten und zur Linken befindet sich undurchdringliches, dorniges, hoch angewachsenes Gehölz. Wer da von Räuberbanden überfallen wird, ist verloren. Unsere Führer waren sehr unheimliche Beschützer, so daß uns unwillkürlich der Gedanke kam: Sie selbst sind die Leute, welche diese Wildnis unsicher machen. Der Weg von Adoa über Sokota führt durch mehrere solche Wildnisse. An Wild fehlt es nicht, doch am meisten zu fürchten ist das Wild, welches auf zwei Füßen geht. Schön war und zum Lobe Gottes mahnte uns das Zwitschern und Singen der mannigfaltigen, schön gefiederten, kleinen und großen Vögel, welche hier ihre Heimat haben. Es ging durch viel Not, Gefahr und Entbehrung, bis wir am 50. Tage nach unserer Abreise" von Monkullo wohlbehalten in Debre Tabor ankamen. Nachdem wir uns ausgeruht und die Bücher geteilt hatten, reiste ich mit Belleta