Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 9
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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69 würden wir nicht den Namen der Arzenei sorgfältig im Gedächtnis behalten? Und würden wir mit ihrer Anwendung warten, bis jemand uns bewiesen hätte, warum und wie sie helfen würde? Nein, wir nehmen sie und vertrauen dem Arzt. So vertraue dem Seelenarzt, der hier redet! U)o jemand durch die Taufe Christi Eigentum geworden ist, da wird auch, wenn er nicht widerstrebt, durch den heiligen Geist etwas Neues aus ihm, wie es aus dem Fleisch, der sündlichen Natur, niemals hevorgehen kann. Zur Wiedergeburt verhilft nur der heilige Geist. Der staunende Nikodemus zweifelt nicht mehr, bittet aber um weitere Belehrung. Da erinnert Jesus an die eherne Schlange, auf welche alle, die durch den Biß giftiger Schlangen dem Tode nahegebracht waren, ihren Glaubensblick richten sollten, um zu genesen. Diese alte Geschichte wird jetzt neu. Wieder siehst Du Wüste ringsum und Schlangen in Menge: das ist das natürliche Leben unter der Herrschaft von Sünde und Tod. Wieder wird ein Ziel gesetzt, auf welches der Glaubensblick sich richten kann: Jesus, der Gekreuzigte. Wie jene eherne Schlange den Schlangen glich und doch nicht giftig war: so gleicht des Menschen Sohn den Sündern und ist doch nicht ein Sünder. An ihn glauben, heißt: erkennen, daß man durch die Sünde dem Tode verfallen ist, und sich darauf verlassen, daß Gottes Gnade die Schuld vergiebt und die Sünde überwindet. Wo diese Erkenntnis der Sünde ist und zugleich diese Zuversicht zu Gottes Barmherzigkeit, da ist das Herz imstande, den heiligen Geist in sich aufzunehmen und in sich arbeiten zu lassen. Wo es aber an beidem fehlt, da bleibt das Herz dem heiligen Geist verschlossen. So wichtig ist der Glaube an Christum, nicht bloß an seine Prophetenwürde, sondern auch an seine Erhöhung ans Areuz. Der heilige Geist wird uns nur durch den Glauben an Christum zu teil. (Nach E). G. Behrmann.) Missionserlebnisse in Ain-Veida. Im Oktober (896 besuchten Missionar Flad jun. und seine Gattin die nordalgerische Bergstadt Ain-Beida. Eine freundliche alte Jüdin führte sie in die Synagoge und die jüdische Schule, aber beide waren leer. Auch auf der Straße fand das Ehepaar keine Gelegenheit zu Missionsgesprächen: die Vorübergehenden beachteten kaum die ihnen angebotenen hebräischen Schriften. Da begrüßte sie der Mann jener alten Frau, die sich inzwischen wieder von den Missionarsleuten getrennt hatte. Auf des Mannes Frage, ob sie nicht vor einem« Jahr in Gabes, einer Stadt im Süden Tunesiens, eine jüdische Frau Namens Esther unterrichtet hätten, antworteten sie bejahend. Sie wurden freudig überrascht, als sie Härten, daß sie den Vater ihrer ehemaligen Schülerin vor sich hatten. Bald sahen sie diese selbst in ihrem eigenen Hause. So öffnete ihnen Gott eine Thüre zu manchen Herzen. Als Frau Flad am nächsten Morgen ihrem Versprechen gemäß wieder zu Esther kam, konnte sie zuerst mit dieser längere Zeit über den Heiland und die durch sein Opfer vollbrachte Versöhnung reden.