Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 7
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 2× ep/1048155
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5H erfüllt sich dort manchmal Matth. {0, 35. Ein Mädchen sagte eines Tages zur Lehrerin: „Ich glaube an das, was Sie mir erzählen. Es macht mich glücklich, zu wissen, daß es einen Heiland giebt. Aber mein Vater sagt mir, alles fei falsch. Mas soll ich nun thun? Ich kann ihm nicht sagen, daß er sich irrt. Das wäre unbescheiden von mir." Die Lehrerin fragte: „Mie denkst Du selber über die Sache?" „Ich denke," antwortete die Schülerin, „der Messias ist gekommen, und zwar ist Jesus der Messias." Da sagte die Lehrerin: „Fahre fort, dies zu glauben I Bete für Deinen Vater! Gott gebe Dir Gelegenheit, mit ihm zu reden und eine Zeugin zu werden!" Schon manche Missionsschüler in Tunis legten Zeugnis für die Wahrheit ab. Ein junger Mann, der Flad gegen den Millen seines Vaters besuchte, bekannte einst seinen christlichen Glauben vor etwa 30 jüdischen Altersgenossen. Als er nach Hause kam, saßen seine Mutter, Schwester und andere Verwandte am Boden und schrieen, wie wenn ihnen jemand gestorben wäre. Aus seine Frage, was das zu bedeuten habe, trat der Vater hervor, warf ihm einen Schuh ins Gesicht und rief: „Du hast über Deine Familie Schande gebracht. Du bist für uns tot." Er mußte sich entfernen und lange anderswo wohnen. Aber er blieb fest im Glauben. Endlich durfte er ins Elternhaus zurückkehren. Vor 60 Jahren besaßen die Juden von Nordafrika in der Regel nur die fünf Bücher Moses, nicht das ganze A. T. Der erste Missionar, der von der L. I.-M. nach Tunis gesandt wurde, entdeckte daselbst nur fünf Alte Testamente, heutzutage ist das heilige Buch dank der Mission wieder in vieler Händen. „Guten Morgen!" rief eine freundliche junge Dame an einem Sonntagmorgen im Winter mehreren Anaben zu, die schlittschuhlaufen wollten. „Aommt mit mir! Ich gehe in die Sonntagsschule. Wollt Ihr nicht mitkommen?" Erstaunt blieben die Anaben stehen. Einer von ihnen, ein Jude, fragte: „Was thun Sie denn dort?" „Wir beschäftigen uns mit vielen schönen Dingen," lautete die Antwort. „Wir singen miteinander, lesen die Bibel, reden darüber und bringen so die Zeit aufs beste zu." Der Frager erklärte sich bereit, mitzugehen. Vergeblich versuchten die andern Anaben ihn zurückzuhalten: er folgte dem Fräulein in die Sonntagsschule. Aer wurde er einer Anabengruppe zugewiesen, die ein tüchtiger Lehrer unterrichtete. Der Sohn Israels betrachtete neugierig das ihm übergebene N. T., in welchem man gerade einen von Jesu handelnden Abschnitt las. Bald stellte er Fragen, welche den Lehrer teils erfreuten, teils in Verlegenheit setzten. Das wiederholte sich an den folgenden Sonntagen. Dann aber zeigte sich der Anabe weniger gesprächig. Er erzählte, er habe zu Hause eins von den Iesusliedern der Sonntagsschule gesungen und hiermit den Zorn seines Vaters erregt, der letztere habe ihm verboten, den christlichen Unterricht länger zu besuchen. Trotzdem kam der junge Israelit wieder und wieder. Aber er wurde zugleich immer stiller und zurückhaltender, da