Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 7
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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53 Das 89. Iahresfest der L. I.-M. wurde am 6. und 7. Mai gefeiert. Aus dem Bericht des Sekretärs fei hier nur erwähnt, daß die Gesamteinnahme 37^04j £ betrug und ein Defizit von 5055 £ vorhanden ist. Der Präsident der Gesellschaft richtete die Blicke auf das diamantene Regierungsjubiläum der englischen Aönigin. Welchen Aufschwung die Mission unter Israel in den vergangenen 60 Jahren genommen hat, ergiebt sich schon daraus, daß im Lauf derselben die Zahl der Missionare der £. I.-M. von \2 auf J38 gestiegen ist. Der dritte Redner der Hauptversammlung, der 70jährige Missionar Eppstein, konnte aus eigner Erfahrung von dem Legen zeugen, den die Gesellschaft dem Volke Israel gebracht hat. Er nannte sich ihr Rind und bekannte, daß er ihr alle religiöse Erkenntnis verdanke. Er hob hervor, daß die L. I.-M. die erste Gesellschaft war, welche das A. T. für Juden drucken ließ, aber ihnen auch das N. T. einhändigte, pred. Erosb^, der Lekretär des Irischen Hilfsvereins, erzählte von der Arbeit der Missionarinnen in Eork, Dublin und Belfast. Eine von ihnen, von Haus aus eine russische Jüdin, ist selber durch die Frauenmission eine Lhristin und eine Missionarin geworden. Sie kam nach Irland, um hier ihre Ferien zu verleben. Da führte Gott sie mit einer Missionarin zusammen. Mit dieser las sie das A. und N. T. Die Geschichte Jesu erregte sie mächtig. Sie begehrte, immer mehr von ihm zu erfahren. Bald bekannte sie ihren Glauben an ihn als ihren Messias und Heiland. Ihre Verwandten riefen sie nach Rußland zurück. Aber sie verzichtete auf alle Annehmlichkeiten ihres bisherigen Lebens, ließ sich taufen und trat selbst in die Mission ein. In Dublin hörte Erosby einmal, wie ein Rabbiner in seiner predigt die Zuhörer dazu aufforderte, sich auf die Begegnung mit Gott vorzubereiten. Er sagte: „Mir kommen rein in die Welt, werden hier aber von der Sünde besteckt." Auf die Frage: „Was befreit uns von der Sünde?" ließ er sich nicht ein. Als Erosby diese Frage etlichen Juden vorlegte, gaben sie zur Antwort: „Unsere Opfer tilgen die Sünde." Auf die weitere Frage: „Welche Opfer?" erwiderten sie: „Unsere Almosen und Gebete." Aber sie waren nicht imstande, dies aus der Bibel zu beweisen. Der Lhrist zeigte ihnen nun aus 3. Mose \7, Ist, daß nur Blutvergießen die Versöhnung bewirkt. Die Leute kamen dann in den christlichen Gottesdienst und hörten hier Erosby predigen. Der folgende Festredner, Prediger Flynn, meinte, die Versammlung brauche sich nicht an Beweggründe zur Unterstützung der Iudenmission erinnern zu lassen, könne vielmehr die Gegner der letzteren fragen: „Wie könnt Ihr, die Ihr Euch Ehristen nennt, es über Euch gewinnen, die Iudenmission nicht zu unterstützen?" Ein rechter Ehrist muß ein Herz haben für Israel. Als ein Nachfolger der Apostel muß er auf Misstonspfaden wandeln. Zuletzt sprach Missionar Flad jun. aus Tunis. Dort, wo einst Raimundus Lullus unter Juden und Muhammedanern Mission trieb, besitzt die L. I.-M. Zwei Schulen, in welchen mehr als 300 jüdische Rinder täglich im christlichen Geist unterrichtet werden. Infolgedessen