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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 7 · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 7
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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5\ Somit hätten wir 96 Mk. Zoll;u bezahlen gehabt. Ich ging nun mit Sanbatu zu dem Oberzollbeamten, der sich Ihrer noch, dankbar erinnert. Er gab uns ein Schreiben ans Zollamt, infolgedessen unsere Bücher zollfrei passierten. Nachdem wir uns etliche Tage äusgeruht hatten, setzten wir unsere Reise fort nach Sokota. Der Oberbeamte gab uns ein Empfehlungsschreiben mit, so daß wir alle Zollstationen frei passierten. Er bat uns um ein Neues Testament und einen Psalter. Seiner Frau schenkten wir eine Schere. Der Weg war an vielen Orten unsicher. Wir kamen öfters in Gefahr und mußten uns durch Geschenke loskaufen. Zwischen Sokota und Debre Tabor hatten wir viel Zoll zu bezahlen. Wir dankten Gott in einem gemeinsamen Dankgottesdienst, als wir am 50. Tag nach der Abreise von Monkullo wohlbehalten bei den Unseligen in Debre Tabor ankamen. Die Brüder Hiob Negusie und Belleta reisten weiter nach Abune Harra zu den Ihrigen. Nachdem wir uns von den Strapazen der Reise^ausgeruht hatten, arbeiteten sie dort und wir hier. Wir hielten die Gottesdienste regelmäßig, unterrichteten in unfern Schulen die Rinder, verbreiteten die mitgebrachten Bücher und Traktate und redeten mit den vielen Leuten, die uns besuchten, über das Heil ihrer Seelen. Es schien alles gut zu gehen: unsere Arbeit war von dem Segen Gottes begleitet. Ein abessinischer christlicher Priester, der für die evangelische Wahrheit gewonnen wurde, schloß sich uns an. Er ist ein wahrhaft bekehrter Mann. Aber bald nach der Regenzeit erregten etliche christliche Priester einen Aufruhr gegen uns und verklagten uns bei Rönig Menilek und Abuna Matthäos: wir seien Feinde der Jungfrau Maria und anderer Heiliger, verbreiten protestantische Bücher und lehren das Volk den protestantischen Glauben, kurz, wir seien Retzer und verdienen aus der Welt geschafft zu werden. SWir waren gezwungen, ins königliche Hoflager nach Schoa zu reifem In 20 Tagereisen erreichten wir Entoto. Am t- März s895 reisten wir ab, und am H. Mai kamen wir zurück. Den Nil mußten wir schwimmend überschreiten und waren hierbei in großer Gefahr, von Rrokodilen verschlungen zu werden. 2\ Tage, Tage großer Angst, Sorge und Not, verbrachten wir im königlichen Lager. Unsere Verkläger und andere feindlich gesinnte Leute verlangten, daß man uns das Lehren verbieten, uns in Retten schmieden und auf einer Bergfeste unschädlich machen solle. Aber der Rönig und der Abuna waren freundlich gegen uns. Sie gaben uns in einem gesiegelten Schreiben die Erlaubnis, alle Falaschas in Abessinien zum Ehristentum zu bekehren, und verboten uns nur, die Lhristen zu unterrichten. Trotzdem werden wir von den Priestern verfolgt. In Abune Harra erregten sie das Volk dermaßen, daß unsere Brüder die Station aufgeben und sich zu uns flüchten mußten. Diese Priester lieben die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke sind böse. Das Volk wäre für die Wahrheit offen, aber es steht unter dem Bann. Wir haben hierzulande keine Gewissensfreiheit. Hätten wir diese, so würden wir bald eine zahlreiche evangelische Gemeinde haben. Viele unserer proselyten, welche durch die Liebesgaben, dis Sie sandten, am Leben

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