Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 7
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Du damit stets und nach allen Leiten recht gethan zu haben? Wir haben viele und große Pflichten gegen uns selbst, unsere Nächsten, unsern Gott und HErrn. Wenn Du nur mit den ersten und wichtigsten Pflichten rechnest: kannst Du dann noch behaupten, daß Du immer recht gethan hast? <£s mag sein, daß Du in diesem oder jenem Stück keine schlimme Thatsünde auf dem Gewissen hast. Gehst Du aber ernstlich mit Dir ins Gericht, so mußt Du eingestehen, daß Du Dich nicht auf Deine Gerechtigkeit berufen kannst. Wenn Du aber solches zugeben mußt, dann gieb die Maskerade auf und laß den Tugendmantel fahren, unter welchem nur ein armer, elender Länder verborgen ist! Gehöre nicht zu den betrogenen Betrügern, welche von dem Reiche Gottes ewiglich ausgeschlossen sind, weil sie die Lüge liebhaben und thun l Wie steht es mit dem andern Teil Deines Wahlspruchs? Ist es damit nicht ebenso ein arger Lelbstbetrug? Scheust Du wirklich niemand in der Welt? Scheust Du nicht Deinen Mitarbeiter, Deinen Aonkurrenten? Bist Du nicht oft mit leichtsinnigen Gesellen gegangen, weil Du nicht den Mut hattest, von ihnen gescholten zu werden? Hast Du nicht oft aus Menschenfurcht Böses gut und Gutes böse geheißen? Und wie steht es mit der Scheu vor dem Tode, dem Gerichte, der Ewigkeit? Wenn, der Tod Dir unter die Augen tritt: wo ist dann Dein hoher Mut? Ach, dann bist Du so voller Angst, daß Du alles aufbieten möchtest, um ihm zu entrinnen I Nein, m»in Freund, der Wahlsvruch: „Thue recht und scheue niemand!" hat keinen Grund. Mit ihm verführst Du Dich und andere und beraubst Dich des einzigen Trostes, den wir für unsere Missethaten haben. Es giebt nur Eine Gerechtigkeit, welche Dir alle Furcht nimmt: die Gerechtigkeit Jesu Lhristi, des Sohnes Gottes, die er uns auf Golgatha durch sein Blut erworben hat und jedem Sünder in freier Gnade anbietet. Wer an ihn glaubt, der ist gerecht. Er ist uns von Gott gemacht zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. (Nach I. Iungclaussen.) Ein Brief aus Abessinien an Missionar Flasen. ‘ Debre Tabor, den Februar (897. - . Gottes Gnade zum Gruß! . Drei Jahre sind bereits vorüber, daß ich Ihnen nicht geschrieben Habe. Es, war nicht Nachlässigkeit: es war um des Ariegs willen eine Unmöglichkeit: "'Die Regierung hatte uns streng verboten, Briefe abzüsenden. Wir kamen dadurch in allerlei Not und Bedrängnis, bä: viele-Unserer Landsleute uns für Spione der Italiener hielten. Wie: Sie ja wissen, ist der Abessinier sehr mißtrauisch. Nachdem wir im März (89^ uns von Ihnen verabschiedet hatten, erreichten wir am dritten Tag Asnmra. Dort verweilten wir acht Tage, nahmen teil an den Versammlungen der schwedischen Missionare, von bönen wir viel Segen empfingen, und kauften Maultiere und anderes, was wir-för: die lange Reise-bedurften.: In Adoa verlangten die Zöllner von je-er?-MäuI1ierIast":2P Mk: Zoll. ■ Wir hatten vier Tiere belastet.