Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 6
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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43 Füßen Jesu Lhristi geworden ist. Wie die Weissagung des Alten Bundes in Jesu erfüllt wird, so findet die Sehnsucht des Menschenherzens nach Himmelsluft und Gottesleben in ihn:, in dem Genuß seiner Nähe, ihre Erfüllung. Endlich war das Sterbebett des Stephanus eine Siegesstätte infolge der Machtwirkung des heiligen Geistes. Der Kampf, den er vor seinein Ende führte, schloß mit einer Niederlage seiner Feinde. Menschlich angesehen, ist allerdings ihre Sache die siegreiche. Die Rotte der Bösen sieht mit Genugthuung den frommen und gerechten Mann am Boden liegen. Sein Mund hat sich für iminer geschlossen. Die ihnen unwillkommenen Wahrheiten werden sie von Stephanus nicht mehr zu hören bekommen. Aber ihr Sieg ist doch nur ein scheinbarer. In Wahrheit siegt der Sterbende. Sein Ehristenglaube entfaltet Siegeskräfte gegenüber der Todesfurcht und dem Feindeshaß. Der heilige Geist ruht auf ihm und waltet in ihm: daher ist dieser Ehrist unbesiegbar und seine Sache nicht verloren, als er den letzten Atemzug gethan hat. Dieselbe Ursache ruft allezeit dieselbe Wirkung hervor. In der Kraft des heiligen Geistes kann man den Tod willkommen heißen, wie ein spanischer Märtyrer der Reformationszeit den Pfahl küßte, an den er auf dem Scheiterhaufen gebunden wurde. In der Kraft dieses Geistes kann man die Verwünschungen der Widersacher mit Segensworten vergelten. Selbst dann, wenn sie gegen den Jünger des Heilands eine Pyramide von Verbrechen aufgerichtet haben, vermag er ihnen zu vergeben und für sie Fürbitte einzulegen, da Gottes Geist ihn beständig daran erinnert, daß Lhristi Gnade das Hochgebirge der von uns begangenen Sünden abgetragen hat. Ohnmächtig sind die Versuche des chinesischen Drachen und des türkischen Halbmonds, das Kreuz umzustoßen: dies bleibt stehen und sieht ein feindliches Heer nach dem andern zu Boden stürzen, ein widerchristliches Unternehmen nach dem andern in die Brüche gehen. Ja, das größte Wunder ereignet sich wieder und wieder: die Bekämpfer werden Bekenner, wie der Saulus, zu dessen Füßen die Mörder des Stephanus ihre Kleider niederlegten, später den Beruf eines Apostels ausübte, wie manchem Ungläubigen hat,, sich schon unter den: machtvollen Einfluß des heiligen Geistes die Überzeugung aufgedrängt, daß man weder in den anmutigen Blumengärten der Dichtung und anderer Künste, noch auf den steilen Felsenpfaden der Gelehrsamkeit, sondern nur bei Lhristo, sonst nirgends in der weiten Welt, wahre Befriedigung erlangen kann! Und diesen Triumph erlebt der Ehristenglaube noch immer, und er wird ihn bis ans Ende der Tage immer aufs neue erleben. Selig, wer angesichts des Todes die Siegesfahne aufrecht hält! Selig, wer fein Sterbett durch den Geist, der von oben stammt, zu einer Siegesstätte machen läßt! Komm' über uns, o Du heiliger pfingstgeist, Du Geist des Vaters und des Sohnes, Du Geist der Märtyrer und der Reformatoren, und rüste uns aus mit Lebenskräften, die auch dem Tode gegenüber standhalten I