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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 6 · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 6
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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42 Da triumphiert einer: „Diesmal darf mir der Tod noch nicht kommen. Ich habe eine neue Arzenei entdeckt. Mit ihr werde ich ihn in die Flucht schlagen." Der Unglückliche, der nicht sterben will, obwohl ihm der Tod schon auf den Lippen sitzt, triumphiert zu früh und demütigt sich zu spät unter die gewaltige Hand des Höchsten. Jetzt muß er erst recht des Todes Bitterkeit empfinden. „Die da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen" (s. pet. \Q), ihm sich unterwerfen und ergeben. Wer fich wehrt, macht die Sache nur schlimmer, wie der Vogel, der die Stäbe seines Aäfigs zu zerbeißen sucht, wie der Aranke, der dem Operateur den Arm zurückhält, sich selber schadet. Wer auf den göttlichen Willen eingeht, kommt leicht über die brausenden Wasser hinüber in den sichern Hafen, vorausgesetzt, daß seine Gelassenheit nicht bloß die Resignation des Fatalismus ist, sondern in der Überzeugung wurzelt, daß Gottes Wille stets unser Bestes bezweckt. Und noch zwei weitere Voraussetzungen müssen zutreffen, wie unsere Märtyrergeschichte zeigt. Das Sterbebett des Stephanus war auch eine Ruhestätte zu den Füßen Jesu Lhristi. Er sah in seinen letzten Augenblicken den Heiland neben dein Schöpfer und Erhalter der Welt. Er redete mit ihm in zwiefachem Gebet. Welch ein Trost mußte beides für ihn in seinem Elend sein! Was ist Dir, mein Leser, Jesus? Ist er Dir wie dem Nikodemus ein von Gott gekommener Wunderthäter? Rühmst Du wie Petrus, daß er Worte des ewigen Lebens habe? Jubelst Du mit der begnadigten großen Sünderin: „Er hat mir viel vergeben," oder mit Maria, der Schwester des vom Tode erweckten Lazarus: „Er hat mir viel gegeben?" Preisest Du den für die sündige Welt blutenden Hohenpriester mitdem bußfertigen Verbrecher als den, der Dir das Paradies geöffnet hat? Versiegelst Du alle solche Zeugnisse mit dem Bekenntnis des Stephanus von und zu dem verklärten Himmelskönige, welcher nie müde wird, zu segnen? So lange Du diese Fragen nicht bejahst, so lange verneinst, verachtest und verwirfst Du den in der heiligen Schrift enthüllten Heilsplan des Ewigen. Alle die hohen Offenbarungen, die einst den Israeliten bekannt wurden, laufen darauf hinaus, daß sie auf einen kraftvollen Sendboten Gottes, einen Lehrer der ewigen Wahrheit, einen Pfadfinder und Führer zum wahren Glück, einen Spender unzähliger Güter, vor allem der Erlösung und Versöhnung, Hinweisen. Wie ist es möglich, zu leugnen, daß Jesus der ist, der kommen sollte, daß das Neue Testament den Abschluß der von vornherein auf zwei Teile angelegten Bibel bildet? Aomm', lieber Bruder aus Israel, setze Dich mit mir zu den Füßen Deines und meines Messias nieder I Betrachte Iesum im Lichte des göttlichen Wortes! Laß Dich von ihm entsiindigenl Halte ihn beim Wort und nimm die Vergebungsgnade an, die er Dir verheißt! Bekenne Deine Schuld, begehre seine Huldl Das ist der Weg, auf welchem Dir Seelenfriede, Lebens- und Todesfreudigkeit nahen. Schön ist es, wenn man in den letzten Augenblicken Vater oder Mutter oder ein anderes Familienglied bei sich haben darf. Aber ein noch viel reicherer Trost wird demjenigen zuteil, dessen Sterbebett eine Ruhestätte zu den

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