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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 4 · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 4
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Durch des Sohnes Wunden. vor mehr als 2^/4 Jahrtausenden sollte in einer Stadt Griechenlands ein ver-. brecher hingerichtet werden. Da wurde während der letzten Zurüstungen zur Vollstreckung des Todesurteils ein junger Mann auf einer Bahre herbeigetragen, welcher in' der Schlacht bei Leuktra beide Füße verloren hatte. Dieser Jüngling war der Sohn des verurteilten. Er hoffte, die Richter seines Vaters durch den Hinweis auf seine wunden zu bewegen, Gnade für Recht ergehen zu lassen. Und diese Hoffnung erfüllte sich, da das umstehende Volk die flehentlichen Bitten des wunden Helden unterstützte. Dem Verbrecher wurde das Leben geschenkt. — Todeswürdige Verbrecher find wir alle. Aber Gott will uns von der Strafe lossprechen, wenn wir uns auf die wunden berufen, die sein eingeborener Sohn erlitt, als er auf Golgatha das Lrlösungswerk vollbrachte._ Kirre schlagende Antwort. An der Tafel Friedrichs des Großen sagte der Spötter Voltaire eines Tages: „Ich verkaufe meinen Platz im Himmel für einen preußischen Thaler. wer will ihn haben?" Sofort erhob sich ein frommer Beamter und rief: „Mein Herr, Sie sind im preußischen Staat. Nach unserm Gesetz muß jeder, der etwas verkaufen will, sein Eigentumsrecht Nachweisen, haben Sie also die Gefälligkeit, nachzuweisen, daß Sie einen Platz im Himmel besitzen! Ich werde Ihnen dann jede Summe dafür geben, die Sie fordern." Da war der. Franzose auf den Mund geschlagen. Auch der König, welcher ps. j, \ leider nicht bedachte, wurde eine Zeitlang nachdenklich. Die ZLivetkennlnis unserer Heöitdeten. Mit Recht betrachtet man es als einen Mangel an Bildung, wenn ein Deutscher die klassischen Schriftsteller seines Volkes nicht kennt. Aber höher als die letzteren und höher als die Klassiker irgend eines andern Volkes stehen die Verfasser der heiligen Schrift. Wie kommt es nur, daß man bei uns eine ungenügende Kenntnis dieser Schriftsteller so außerordentlich nachsichtig beurteilt? Line Probe der weitverbreiteten mangelhaften Bibelkenntnis unserer Gebildeten findet sich in einem Bericht über die Reichstagssitzung vom 28. Januar d. I. Der oberste Beamte der Reichsxost rief an dem genannten Tage einem jüdischen Abgeordneten zu: „Und wenn Sie den Mut des Löwen von Juda hätten, der sich erhebt, in die wüste gehet und .siehet, wen., er verschlinge, so würden Sie doch nichts erreichen." Als eine Wirkung dieser Äußerung wird von unserm Bericht „Heiterkeit" verzeichnet. Niemand fühlte sich veranlaßt, den Satz zu rügen. Herr v. Stephan verbindet hier \. IN ose ^9, 9 mit Petri 5, 8, wirft also 2 Stellen zusammen, die nichts mit einander gemein haben, hätte er dies gewußt, so hätte ihn die den Israeliten schuldige Rücksicht vor einer solchen, für sie beleidigenden Kombination bewahrt. Augenscheinlich kennt er auch Off. 5, 5 nicht, wo der Messias als der überwindende Löwe aus dem Stamme Juda erscheint. Sonst hätte er den Anstoß vermieden, den seine Worte bei bibelkundigen Christen erregen müssen. Lieber gar keine als eine solche Bezugnahme auf die heilige Schrift! Ls ist unpassend, trübe, verworrene Erinnerungen an Aussprüche derselben zusammenzuleimen, um einen heiterkeitsersolg zu erzielen. Kleine MsstonszeiLung. In Verbindung mit der L. J.-M. enstand ein englischer Predigerverein zum Zweck der Förderung der Teilnahme an der Judenmission. Die Mitglieder versammeln sich vierteljährlich einmal. — Der schon länger bestehende Gebetsbund für Israel rief ein vierteljahrsblatt (The Friend of Jsrael) als sein Organ ins Leben.— Dem 92. Jahresbericht der Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft zufolge kauften viele Juden in Budapest gerne von dem dortigen Kolporteur heilige Schriften, von Rumänien heißt es: >,Die Juden bilden einen ansehnlichen Teil der Bevölkerung. Manche sind sehr fanatisch und haben eine große Furcht vor Missionsbüchern, wie sie unsere heiligen Schriften nennen. Andere sind völlig gleichgültig. Doch giebt es auch solche, die begierig sind, etwas von der Wahrheit zu hören. Unser Bibelbote hatte mit einigen Juden Unterredungen über die Buße und den Messias. Lr verkaufte einige Jargon-Teile, die sie an den Feiertagen 'lesen wollten. Lin Knabe, der auf der Straße Blätter mit der Geschichte des

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