Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 4
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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29 Iudenchrist, an Ehristum glaubten, bemühte er sich, sie zum Abfall zu bringen. Aber beide widerstanden dem Versucher. Sie wollten lieber verhungern, als ihren Heiland verleugnen. Das Geld, welches ihnen Hal^vy gegeben hatte, brachten sie ihm am folgenden Morgen zurück. Gr weigerte sich, es wiederzunehmen. Da warf Samani es ins Rote Meer, an dessen Ufer die drei standen. Bald darauf kamen die englischen Truppen an, die er als Offiziersdiener nach Magdala begleitete. Nach der Einnahme dieser Festung und der Befreiung der europäischen Gefangenen ging er J[870 mit Missionar Flad nach Deutschland. Dieser brachte ihn und seinen Freund Agasche nach St. Lhrischona bei Basel, wo bereits ein anderer Falafchachrist, Argawi, sich auf den Missionsdienst vorbereitete. Alle drei hofften, einmal unter ihrem Volk wirken zu dürfen. Samani litt sehr unter der europäischen Kälte. Im Winter blieb er dem Ofen möglichst nahe, klagte aber, daß ihn alle Wärme verlasse, sobald er aus dem Zimmer gehe. Linst saß er in Flads Haus vor dem Ofen und schürte das Feuer. Da trat eine Bäuerin ins Zimmer, um Gier und Butter zu verkaufen. Die gute Frau hatte noch nie einen Schwarzen gesehen und war außer sich vor Entsetzen, als Samani mit dem Schüreisen vor ihr stand. Sie schrie: „Ist dies einer von den Kannibalen, von denen unser Pfarrer uns erzählt hat?" Dann zog sie sich mit ihrer Last zurück, ohne die Frage nach dem Grund ihres Kommens zu beachten. Aber Samani folgte ihr lachend und versicherte ihr, er sei ein Ghrist und liebe seinen Heiland, daher brauche sie sich vor ihm nicht zu fürchten. Endlich faßte die Erschrockene wieder Mut. Als einige Rinder des Hauses ihm die Hand schüttelten, wagte sie es, ihm auch die ihrige zu reichen. Er sagte zuletzt zu ihr: ,,Obwohl meine Haut schwarz ist, so sind meine Sünden mit vergeben, und mein Herz ist gewaschen und gereinigt worden im Blute des Lammes Gottes." Ohne Zweifel hat die Bäuerin diese unerwartete Begegnung mit einem Mitchristen aus dem fernen Abessinien nie vergessen. Auf ärztliche Anordnung wurde die Studienzeit der jungen Abessinier abgekürzt. Missionar Flad brachte sie \873 in ihre warme Heimat zurück. Als er auf dem Roten Meer gleich andern Europäern von der Tropensonne zu leiden hatte, rief Samani: „Was für eine kostbare Sonne ist diese unsere afrikanische Sonne! Wie wohl fühle ich mich wieder!" Während der 2H tägigen Reise von Massauah nach Kassala und Mattama versorgte er als Jäger die Karawane mit Wildbret. Die Reise war wegen der vielen wilden Tiere sehr gefahrvoll. In einer der Nächte mußte man beständig große Feuer in Brand halten, um die brüllenden Löwen fortzuscheuchen. In einer andern Nacht drang eine Hyäne bis mitten ins Lager vor, während alle Reisenden schliefen. Ein andermal hatte die Gesellschaft den Angriff eines Rhinozeros zu bestehen. Aber Gott half gnädig durch alles hindurch. In Abessinien angekommen, wurden die beiden Freunde Samani und Agasche in Asseso, der Heimat des ersteren, als Missionsarbeiter