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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 4 · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 4
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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28 das Weberhandwerk. Doch besuchte er auch eine jüdische Schule, wo er die 2H2 Buchstaben des amharischen Alphabets kennen und den Psalter lesen lernte. Sein Lehrer, Debtera Beru, war ebenfalls Priester und Weber zugleich. Durch ihn wurde er mit Missionar Flad bekannt gemacht, der Samani mit einer amharischen Bibel beschenkte und hierdurch sehr beglückte. Jetzt begann für den jungen Falascha ein neues Leben. In jedem freien Augenblick las er in seiner Bibel. Sonnabends sammelten sich viele Erwachsene um ihn, denen er aus dem damals noch seltenen Buch vorlesen mußte. Namentlich wurde man nicht müde, die Patriarchengeschichten zu hören. Sooft die Geschichte Josephs gelesen wurde, zerflossen jung und alt in Thränen. Samanis Mutter war stolz auf die Geschicklichkeit ihres Sohnes. Aber dieser las nicht nur das Alte, sondern, wenn er allein war, auch das Neue Testament, insonderheit die vier Evangelien, und der Heiland gewann bald einen Sieg über sein Herz. Fortan ging er oft zu Missionar Flad. Sonntags wohnte er regelmäßig dem amharischen Gottesdienst bei. Endlich bekannte er öffentlich seinen Glauben an Jesum, den Sohn Gottes, den Messias Israels, und wünschte auf die Taufe vorbereitet zu werden. Die Mutter und die übrigen Verwandten boten alles auf, um ihn vom Übertritt zurückzuhalten. Aber weder die Thränen der ersteren, noch die Versprechungen eines reichen Oheims erschütterten seinen Entschluß. Einmal hörte Missionar Flad ihn zu seiner Mutter sagen: „Liebe Mutter, ich bleibe Dein gehorsamer, Dich liebender Sohn. Ich verspreche Dir meinen ganzen Verdienst zu geben. Aber in dieser Einen Sache muß ich der Stimme meines Heilandes gehorchen. Ich fühle mich verpflichtet, ihm, der mich erlöst hat, zu dienen. Ich werde ihn für Dich bitten, daß Du ebenso glücklich wirst wie ich. Denn Jesus allein macht den Menschen glücklich." Samani wurde nun mit mehreren andern jungen Leuten im Missionshause zu Djenda unterrichtet, fuhr aber dabei fort, sein Handwerk auszuüben. An einem Sonntag des Jahres f862 erhielt er die heilige Taufe. „Jetzt," sagte er, „habe ich das Rote Meer und den Jordan hinter mir und bin ins Land der Verheißung eingetreten." Samani wurde ein ernster Thrist und gab andern ein gutes Beispiel. Seinen jüngeren Bruder Sanbatu veranlaßte er, die Missionsschule zu besuchen. Während einer Hungersnot sorgte er vom Missionshause aus, wo er noch weiter unterrichtet wurde, aufs treulichste für die Seinen. Lange Zeit aß er täglich nur einmal, um möglichst viel für sie zu erübrigen. Als die Missionare der L. I.-M. von Aönig Theodoros gefangen genommen wurden, hielt er sich zunächst bei einem ihrer Freunde auf. Später begab er sich nach Maffauah, um den Offizieren des zur Befreiung der Gefangenen abgesandten englischen Heeres seine Dienste anzubieten. Hier traf er mit einem jüdischen Gelehrten aus Frankreich, Halevy, zusammen, der ihn über die Religion und die Sitten und Gebräuche der Falaschas befragte. Als Halävy erfuhr, daß Samani und fein Begleiter, ein anderer abessinischer

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