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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 4 · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 4
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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26 Nun Zieht es in Jesu Ehristo einen solchen. In unsere Sündennacht leuchtet die Gnadeflsonne hinein. Sie kann uns zu neuen Geschöpfen machen und uns dann auf allerlei Weise beglücken. Sie erhellt das Dunkel der Unwissenheit und Ungewißheit und giebt einen festen Grund der Lehre, auf dem man sich mit aller Sicherheit bewegen kann. Sie erwärmt das Innenleben: eine warme Empfindung, des himmlischen Friedens durchflutet die Seele. Sie bewahrt und steigert die neugeschenkte Lebenskraft. Daß aber die Gnadensonne die Sündennacht verscheuchen kann, ist die Folge des Ereignisses, um deffentwillen die Uirche alljährlich die Passionszeit feiert. Das ganze Leben des Sohnes Gottes war ein Leiden. Wie groß mußten, von den mancherlei leiblichen Entbehrungen abgesehen, die Seelenqualen sein, denen er unterworfen wurde! Man stelle einen edlen, tiefempfindenden, zartbesaiteten Menschen hinein in einen Areis von Lüstlingen, Dieben und Mördern. Welche Marter wäre es für ihn, die Reden solcher Verbrecher anhören, ihre Thaten ansehen zu müssen! Was mußte aber erst der sündlose Gottesknecht inmitten einer Menschheit erdulden, welche die Gebote ihres Schöpfers mit Wort und Werk verhöhnte! Aber das Leiden Jesu erreichte erst am Ende seines Lebens den Gipfel. Er glich zuletzt nicht Nur dem Lamm, das zum Scherer, sondern dem Schaf, das zur Schlachtung geführt wird. Nur so konnte er das Sühnopfer für uns darbringen, welches es dem heiligen Gott ermöglicht, Gnade für Recht ergehen zu lassen. O, daß wir ihm nun auch allezeit das ihm gebührende Dankopfer darbrächten! „Ach, sieh' ihn dulden, bluten, sterben! O, meine Seele, sag' ihm frommen Dank! Sieh' Gottes eig'nen Sohn und Lrben, wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! . wo ist ein Freund, der je was er gethan, Der so wie er für Sünder sterben kann?" Der bekehrte Fanatiker. In Mogador lebte eine Zeitlang ein fanatischer Jude aus Südmarokko. Sooft 2Tciff. Zerbib mit ihm vom Neuen Testament sprach, brach er in Lästerungen aus. Einmal sagte er;u dem Lhristen: „Hüten Sie sich, daß Sie jenes Buch nicht erwähnen I Sonst werde ich nie mit Ihnen reden." Auf die Frage, ob er das Neue Testament schon gelesen habe, antworte er verneinend. Da wurde er weiter gefragt: „A)ie können Sie es dann beurteilen, ob es ein schlechtes Buch ist oder nicht?" Er erwiderte: „Das sagt jeder." Zerbib verwies ihn auf 2. Mose 23, „Du sollst kein falsches Gerücht aussprechen. Gieb nicht dem Gottlosen deine Hand, daß du ein ungerechter Zeuge werdest!"' Der Jude machte geltend, daß das Neue Testament von den Rabbinern als ein schlechtes Buch bezeichnet werde. „Sie sind unsere heiligen Männer," sagte er. „Ihnen müssen wir Gehör schenken. Die Furcht vor dem Rabbi ist wie die Furcht vor Gott."

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