Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 4
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Wr. L — 53. Jahrgang. — 1897. Anhalt: Line Passiflora im Alten Testament. — D?r bekehrte Fanatiker. — Samani. — Durch des Sobnes Wunden. — Line schlagende Antwort. — Die Bibelkenntnts unserer Gebildeten. — Kleine wissionszeitung. — Todesfälle »896. Eine Passiflora im Alten Testament. 3m Garten Gethsemane wird eine auch bei uns vorkommende, merkwürdige pflanze gezogen. Zhr aus (0 weißen Blättchen bestehender Reich umschließt einen goldenen Strahlenkranz, Znnerhalb der Blume erblickt man Staubgefäße, welche mit einem Hammer, einem Meißel, einem Bohrer und Nägeln Ähnlichkeit haben. Rose des Südens oder Passiflora (Passionsblume) ist der Name der Pflanze. Die Franziskaner, welche jenen Garten bewachen, pflegen die zehn Blättchen des Reiches als Sinnbilder der zehn Gebote Gottes zu erklären. Aber die zehn Zeugen des göttlichen Willens sind zugleich zehn Zeugen der menschlichen Sünde. Die Geschichte der Menschheit ist ja die Geschichte ihres Ungehorsams gegen Gottes Gesetz. Bei dem goldenen Strahlenkranz der Blume denken wir an die Mal. 3 (q) geweissagte, in Zesu Lhristo zum heil der Sünder erschienene Sonne der Gerechtigkeit. Die Staubgefäße stellen die Marterwerkzeuge dar, welche bei der Tötung des Heilands gebraucht wurden. So hält die Passionsblume dem Beschauer eine Passionspredigt über der Sünde Nacht, der Gnade Macht und Jesu Blut, das uns zu gut am Rreuze wurde dargebracht. Eine Passionsblume ist auch Zesaia 53. Zahrhunderte lang hat man die Sprache dieser Blume nicht verstanden. Die Frage kehrte immer wieder: „Von wem redet hier der Prophet (Apg. 8, Erst die Erfüllung der Weissagung öffnete das versiegelte Heiligtum. Dre Rirche besitzt den Schlüssel zu Zes. 53 (Apg. 8, 35). Unsere Sünde, Gottes Gnade und der Tod Jesu, des sündlosen Mittlers, sind nach ihrer Auslegung die drei Hauptstücke der Lehren jenes alttestamentlichen Rapitels. Die ganze Menschheit ist mit ihrem Schöpfer zerfallen. Zufolge dieser Uneinigkeit, eines traurigen Erbes der Vorzeit, sind seine Zeugnisse, die unsere Ratsleute sein sollten (ps. 24), unsere Ankläger und Richter geworden. Wo Sünde ist, ist Schuld, und wo Schuld ist. muß Strafe sein. Schon jetzt können wir uns dem Gericht nicht entziehen. Einst müssen wir vor dem höchsten Gerichtshof erscheinen. Wehe uns, wenn uns dann kein Anwalt zur Seite steht, der vor dem Richter etwas giltl