Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 53 (1897)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1897-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ctber Abraham Schwarzenberg - einen polnischen Israeliten, welchen Missionar F. W. Becker als eins -er Siegel seines Amtes (\. Kor. 9, 2) bezeichnen durfte, äußert sich Frau Pastor West in ihrem von uns schon empfohlenen Buche „Er^ lebnisse in der Iudenmission" folgendermaßen (S. HO ff.): „Zu den proselyten, die mit Ernst nach dem wahren Heil in Ehristo strebten, gehörte unser prächtiger alter Abr. Schwarzenberg, ein treuer Anecht seines himmlischen Herrn. Nachdem er selbst die Wahrheit ergriffen, hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Brüdern aus Israel das Evangelium zu verkündigen. Früher lebte er mit seiner Familie in einem kleinen Ort und hatte als Rabbiner und nebenbei nls Holzhändler sein gutes Auskommen, so daß man ihn einen wohlhabenden Mann nennen konnte . . Seine Sinnesänderung konnte den Glaubensgenossen nicht verborgen bleiben, und er mußte seine Stellung aufgeben, sowie seine Familie und sein ganzes Eigentum verlassen. Der Herr aber half ihm auch das ertragen . . Dieser alte, kindlich fromme, demütige Mann, der voller Liebe und Güte gegen jedermann war, gewann bald alle Herzen für sich. Nur die Juden feindeten ihn auf alle erdenkliche Weise an, besonders auch, weil er seine jüdische Aleidung beibehalten hatte . . Seiner Aleidung und seines Bartes halber verklagten ihn die Juden beim Magistrat. Dieser fragte ihn, was er zu seiner Verteidigung zu sagen hätte . . „Herr", sagte er, „wenn ich verließ mein Volk, die Iüden, und wurde ein Lhrist, ich wünschte zu wechseln meine Religion, nicht meine Aleidung. Mein ^Neues Testament erzählte mir, daß Gott fordere einen Wechsel des Herzens, aber nicht der Aleider. Ich hoffe, Herr, daß Gott in seiner Gnade mir ein anderes Herz gegeben hat, aber ich habe keinen Wunsch, meine Aleider zu ändern oder meinen Bart zu scheren." Der Magistrat entließ ihn, ohne ihm etwas anzuhaben . . Er, der immer in Demut wandelte und ein gegen früher armseliges Leben führte, war dabei stets unbeschreiblich glücklich und friedevoll, ein echtes Aind Gottes, liebreich und dankbar für das Geringste. Er wohnte jahrelang in einem kleinen Häuschen, das auf dem Hofe des Missionshauses für besondere Fälle erbaut war, für sich allein. Dort ist er auch selig im Glauben an seinen Erlöser entschlafen. Bei seiner Beerdigung waren viele hundert Juden zugegen." Beweggründe zur Mssionsarbeit an Israel. {. Gott hat Israel vorzeiten erwählt (5. M. % 3H). Ls hieß das auserwählte, besondere, abgesonderte Volk (5. AI. 37; 7, 6; Ier. 33,2<*; 2. 2Tt. 33,*6; 3. rn. 20,2<0, des hLrrn Lrbe (5. rn. <*, 20; 9, 29), des HLrrn Volk (*. Sam. *2, 22; {. Lhron. *7, 22), sein Eigentum (2. rn. *9, 5; Pf. *35, 4), sein Teil (5. M. 32, 9). Gott hat Israel geliebt (Ies. 63, 9; Ier. 3*, 3; 5. M. q, 37; *0, *5; 7, 8; 33, 3; 2. Lhron. 9, 8). Gemäß der Wahl Gottes und um der Väter willen hört Gottes Liebe zu Israel nicht auf (Röm. **, 28).