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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 3 · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 3
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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\9 sich unfern Gebeten", heißt es im Tagebuch weiter, und diese Worte sind unterstrichen. Der Fürst hatte sein Wohlwollen für die Mission in Polen bereits früher dadurch bewiesen, daß er derselben die kaiserliche Erlaubnis auswirkte. Aber auch andern evangelischen Werken bezeugte er seine Teilnahme. Wir geben im folgenden einen Überblick über seine Geschichte. Geboren J773 als der Lohn eines Hauptmanns der Kaiserlichen Garde, genoß er die Gunst der Kaiserin Katharina. Als Page war er der Spielgefährte des Großfürsten Alexander, des späteren Kaisers. Nach der Vermählung des letzteren wurde er seinem Hofstaat als Kammerjunker beigegeben. Nach dem Tode Katharinas (J796) verlor er sein Amt, da er bei Kaiser Paul in Ungnade fiel. Aus Petersburg ausgewiesen, ging der 23jährige nach Moskau. Er widmete sich hier den Wissenschaften, besonders der Geschichte und Literatur, verkehrte aber auch viel mit dem Metropoliten Platon, dem russischen Ehr^- sostomus. Die Ermordung Pauls 0(800 führte ihn nach Petersburg zurück. Alexander, der jetzt den Thron bestieg, berief den Freund, mit dem er in brieflicher Verbindung geblieben war, in den Senat. J805 zum Oberprokurator des heiligen Synods, der obersten Kirchenbehörde, ernannt, studierte der Fürst nicht nur die kirchlichen Fragen seiner Zeit, sondern auch das Neue Testament. Er empfing von dem heiligen Buch einen tiefen, nachhaltigen Eindruck und wurde ein ernster Ehrist. j(8J(0 übertrug ihm der Kaiser auch die Leitung einer für die geistlichen Angelegenheiten fremder Konfessionen errichteten Behörde. Als man \8\2 in Petersburg von Napoleons Einzug in Moskau hörte, rüsteten sich viele, die Flucht zu ergreifen. Fürst Galitzin aber ließ den Umbau seines Hauses, mit dem er gerade beschäftigt war, nicht unterbrechen. Sein Gottvertrauen machte ihn furchtlos. Dies erklärte er auch seinem kaiserlichen Herrn, als derselbe ihn fragte, was ihn dazu ermutige, mit seinen Bauten fortzufahren. Als der Kaiser wissen wollte, worauf sich des Fürsten feste Hoffnung auf Gottes Hilfe gründe, sagte er: „Mein Herz legt von derselben Zeugnis ab, und hier ist das gottgeweihte Buch, welches die Wahrheit meiner Überzeugung bestätigt." Zugleich überreichte er dem Kaiser eine Bibel. Das Buch siel hierbei auf den Boden und wurde bei Pf. aufgeschlagen. Mit tiefer Bewegung vernahm Alexander die Botschaft, welche ihm dieser herrliche Psalm brachte. Merkwürdigerweise wurde derselbe Psalm bald darauf von einem Priester in einem Gottesdienst, an dem Alexander teilnahm, vorgelesen. Später wählte ihn ein Beamter aus, als der Kaiser von ihm einen Abschnitt aus der heiligen Schrift hören wollte. Beide Personen erklärten, Gott um einen für den Kaiser passenden Text gebeten zu haben und so auf jenen Psalm verfallen zu sein. Alexander gewöhnte sich jetzt daran, morgens und abends in der Bibel zu lesen. Aber er wünschte auch seinen Ünterthanen das heilige Buch zugänglich zu machen. Daher unterstützte er die Bemühungen des Agenten der Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft in Petersburg, des Predigers Patterson. Ein j(8J(2 von dem letzteren gegründeter Bibelverein wurde J(8J^ durch kaiserlichen Ukas zu einer russischen Bibel-

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