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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 2 · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 2
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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\0 den Herrn Christum es getrost und fröhlich wagen und diese öffentliche Wahrheit wider alle Welt, Tyrannei, Zorn, Drohung, Schrecken, auch wider alles tyrannisch, täglich Worden und Verfolgen fröhlick, bekennen. Denn wer wollte sich doch solchen großen, ja, ewigen Trost, daran der ganzen christlichen Airche alles Heil gelegen ist, nehmen lassen? (1530.) 10. Wir verteidigen eine große und notwendige Sache, von der die Menschen aber schwer zu überzeugen sind. Denn immer unterliegt die wahre Airche dem ungerechten Urteil der Machthaber und der Menge, wie sehr sie auch ihre Stimme dagegen erhebt. Obschon aber so viele nach menschlicher Ansicht hochstehende Leute unfern Vorsatz tadeln, die Lehre Christi in ihrer Reinheit zu verbreiten, so müssen wir des Wortes Pauli eingedenk sein: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht." Weder Irrtum des Verstandes noch Leidenschaft bewegen uns, unsere Sache zu führen. Wir haben dazu einen wahren, gerechten, Gott wohlgefälligen Grund. Zu Athen mußten die Bürger nach alter Gewohnheit schwören: „Ich werde für die Heiligtümer kämpfen, sowohl allein als mit allen." Um wievielmehr sollen wir in der Airche Christi, die wir wissen, daß das Evangelium ein Geschenk Gottes ist, es schützen und verteidigen! Lassen wir uns daher nicht abfchrecken, weder durch die Gleichgiltigen, noch durch die Gegner! Seien wir vielmehr fest überzeugt, daß Gott unseren Eifer segnen wird I (15^0.) ((. Das Christentum besteht nicht in den äußeren Dingen, sondern in Furcht Gottes, Glauben, Liebe, Gehorsam*), welche die Prediger fleißiger treiben sollten, als so sehr gegen den Papst zu eifern. Und da Christus so fern von Rache war, daß er sich selber seinen Mördern übergab, so möge man**) lieber vieles tragen, als um der Religion willen die Waffen in die Hand zu nehmen. (1526.) (2. Forschet nicht nach Höherem, sondern das bedenket unablässig, was der Sohn Gottes uns gebietet! Paulus giebt die Punkte an, deren Aenntnis allein unentbehrlich ist, wenn er sagt: 1. Tim. 1, 5: „Die Hauptsumme des Gebots ist Liebe von reinem Herzen, von gutem Gewissen und von ungefärbtem Glauben." Ja, Christus selber zeigt uns das Notwendige, wenn er seinen Aposteln befiehlt, in seinem Namen Buße und Vergebung zu predigen, Luk. 2% H7. Dieses vernachlässigen, um über andere, unnötige Fragen zu grübeln, heißt, wie Paulus sich ausdrückt, am Glauben Schiffbruch leiden, (. Tim. 1, 19. Es ist nicht möglich, daß sich die Vernunft nicht in Täuschung verliere, wenn sie dasjenige sucht, was Gott verborgen haben will, wie wenn wir z. B. disputieren, ob wir erwählt sind, warum das Evangelium uns geoffenbart ist und nicht dem Sokrates oder Cicero, ob Gott der Urheber des Übels ist, u. dergl. (1529-) *) Lin andermal sagt Melanchthon: „Das Christentum ist nichts, als ein Leben, das der Barmherzigkeit Gottes gewiß ist?' **) 3m Original: „(Eure Hoheit." Die Worte sind einem für Philipp v. Hessen bestimmten Gutachten entnommen.

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