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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 1 · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 1
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 wollt' gern Grund fühlen und gewiß auf etwas fußen und ruhen. Aber folche erschrockene Gewissen fühlen wohl, daß man nichts verdienen kann, sinken bald dahin in Verzagen und Verzweiflung, wenn ihnen nicht ein wackerer Wort denn des Gesetzes Lehr, nämlich das Evangelium von Ehristo, daß dieser für uns gegeben ist, gepredigt wird. Ein jeder muß für sich selber glauben, daß Christus für ihn gestorben ist. Wir werden allein durch den Glauben (dies Wort ist Paulo einst in der Eile entfahren) Gott angenehm, so wir im Kerzen schließen, Gott wolle uns gnädig fein, nicht wegen unserer Werk und Erfüllung des Gesetzes, sondern aus lauter Gnade, unr Lhristi willen. ((530.) __ (Schluß folgt.) Zu 2. Mose 17, 11. Lin Knabe zeigte seiner Mutter ein Bild, welches den betenden Mose darstellte, und fragte sie: ,.Müssen alle Leute so beten, wenn sie sterben wollen?" Sie antwortete: „Nein, sie müssen vorher schon beten, sonst wird es zu spät, und dann sind sie verloren." Er fragte weiter: „Mutter, warum betet Ihr denn nicht so, Du und der Vater?" Sie sagte verlegen: „Ich weiß nicht. Aber wir wollen jetzt anfangen, so zu beten." In großer innerer Unruhe sah die Frau dem nächsten Morgen entgegen. während des Frühstücks konnte sie die Thränen kaum zurückhalten, weil sie gern gebetet hätte und es doch um ihres leichtsinnigen Mannes willen nicht wagte. Da fragte der Kleine: „Mutter, wann beten wir so, wie der Mann im Lesebuch? Du hast ja gesagt, wenn wir nicht so beteten, wären wir verloren." Das war der Wendepunkt. Die Frau ließ ihren Thränen freien Lauf. Der Mann, der ganz bestürzt war und nun die Sache erfuhr, wurde auch so gerührt, daß ihm die Thränen über die Wangen liefen. Seither hat die Frau vollen Frieden gefunden, und auch der Mann ist ein anderer geworden. Zu 2. Kor. 6- 4. 6. Der Mathematiker Moivre war sehr ungehalten, wenn man in seiner Gegenwart über Glaubenssachen spottete. Einst sagte jemand: „Mathematiker haben keine Religion." Unwillig antwortete er: „Ich beweise Ihnen, daß ich ein Lhrist bin, indem ich Ihnen die Duinmheit, die Sie vorgebracht haben, verzeihe." Zn Kpy. 6, 5f. Im christlichen Altertum arbeiteten 2 Diener mit einander im Hause ihres Herrn. Einst rief der eine: ch,Heute können wir machen, 'was wir wollen. Der Herr ist verreist." Der andere aber, ein Ehrist, sagte: „Mein Herr ist immer zugegen." Glücklich ist das^Haus/in dem sich solche Diener befinden. Jer Juden Jergangeriyett- Gegenwart und Zukunft in Kirche und Wett. Dies überaus reichhaltige Thema hat kürzlich Djl*. H. Ebeling, ein durch verschiedene theologische Veröffentlichungen bekannter Philologe, in einer zu Zwickau i. S. erschienenen Broschüre bearbeitet. Der Verfasser will die Iudenfrage im Licht der Bibel darstellen. Er thut dies aber tatsächlich nicht immer. Er mißdeutet manche Aussagen der heiligen Schrift über das Volk Israel. Mit Recht bemerkte daher ein bibelkundiger Jurist über die Ebelingsche Arbeit: „Das Ergebnis derselben scheint mir in schroffem Widerspruch mit klaren Schriftstellen zu stehen, wenn St. Paulus sagt, daß noch ganz Israel selig werden solle, so muß man dies Wort m. E. auf die menschlich-geschichtliche Entwicklung des jüdischen Volkes beziehen." Dennoch kann das Buch Gutes wirken. Es regt zu t.eferem Nachdenken über die Iudenfrage an und bringt die Verhandlungen überZdie biblische Lösung derselben aufs neue in Fluß, vielleicht liefert einer unserer Leser aufgrund sorgfältiger, unbefangener Bibelforschungen eine weitere, befriedigendere Bearbeitung des von Di'. Ebeling gewählten Themas. _

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