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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 1 · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 1
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 Ursachen zu kennen? Jeder menschliche Sinn muß denjenigen fehlen, die von der Schönheit dieser Dinge und der Anmut ihrer Erkenntnis nicht ergriffen werden. Trefflich sagt Plato, das Auge sei dem Menschen um der Sternkunde willen gegeben. Die Augen haben eine innige Verwandtschaft mit den Gestirnen. Sie sollten dem ausgerissen werden, der sich um den Fimmel nicht bekümmert, denn er will sie zu dem nicht gebrauchen, wozu sie ihm vornehmlich verliehen sind. (f53s.) 3. Philosophen, wie Plato, Lenophon u. a., was dachten sie wohl von Gott? Merkten sie etwas von seinem Dasein? Allerdings. Sie glauben, daß es einen Gott giebt. Mas führt sie dazu? Der menschliche Geist selbst und dann die Betrachtung des Weltgebäudes. In der Philosophie werden Beweise gegeben, welche überzeugen, daß die Welt nicht aus Zufall entstanden ist, sondern daß es einen ewigen, schöpferischen und zwar einigen Verstand giebt. Von diesem ewigen Geiste giebt der unsere Zeugnis. Lenophon, welcher sehr gottesfürchtig war, hat gesagt: „Gott ist von der Art, wie ihn die Gesetze im Geiste erkennen lassen. <£v liebt also die Menschen, wie die Eltern ihre Rinder lieben." Ferner: „Gott ist gerecht. Er thut denen wohl, welche gut handeln, und straft die Schuldigen. Er liebt die Reuschheit. Er ist wahrhaftig" u. s. w. nach den sO Geboten, von denen irgendeine natürliche Renntnis vorhanden ist. Dies also erkennt Zenophon, wenn er die Spuren sieht, die den Menschen eingeprägt sind. Und er muß so denken, weil ohne allen Zweifel Gott so ist, wie er sich in den Lichtstrahlen, die er in unsern Geist gesenkt hat, kundgiebt. Was meint nun Zenophon weiter? Er denkt: Wenn die Menschen jenen Strahlen nicht nachgehen sollten, so wären sie vergeblich eingepflanzt. Hieraus folgt notwendig: Jener ewige Verstand verlangt einen Gehorsam, welcher dieser Erkenntnis entspricht, Zenophon sieht, wie dieser Beweis von der Erfahrung bestätigt wird. Denn gewöhnlich geschieht es, daß Gott grausame Verbrecher mit harten Strafen belegt. Wo es nicht geschieht, da meint er (Zenophon), daß es eine Ausnahme von der Regel sei. H. Wenn Johannes von der Gottheit Ehristi ausgeht, so sollen wir nicht bloß daraus lernen, daß Ehristus Gott und Mensch war, oder über die Verbindung der beiden Naturen in ihm grübeln, sondern erfahren, warum der Versöhner Gott sein mußte. Das ist das Wesentliche. Die höheren Geheimnisse muß man viel eher durch innere Erfahrung erkennen, als durch den Verstand ergründen wollen. Es hilft nichts, wenn man die Personen der Gottheit aufzählen kann. Nur das Bekenntnis nützt, daß wir im Namen von Vater, Sohn und Geist getauft sind zur Vergebung der Sünden. ({522.) 5. Ob wir wohl der kleinste Haufe sind, so soll doch darum die Wahrheit des göttlichen Wortes, welches über alle Engel und Rreaturen ist, dieweil es klar im Evangelio stehet, nicht verachtet werden. Denn es hat alleweg der kleinste und verachtetste Haufe die Wahrheit gepredigt und angenommen, und wird auch also bleiben bis zum Ende der Welt. Hat doch Ehristus verachtete, geringe, arme,

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