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Dibre Emeth · 1897-01-01 · Heft 1 · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
53 (1897)
Issue
Heft 1
Date
1897-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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<k Neue Testament, hier den Talmud, Maimonides, Mendelssohn u. s.w. („Unsere Religion", sagte ein moderner Rabbiner, „ist die, welche sich aus Bibel, Talmud und den neuzeitlichen Einflüssen herausgebildet hat.") Hieraus ergeben sich große theoretische und praktische Unterschiede. Die Rirche lehrt im Widerspruch mit der Synagoge: Der aus dem Wesen Gottes vor aller Zeit hervorgegangene Mittler zwischen Gott und Welt ist in der Zeit, vor nunmehr 19 Jahrhunderten, im jüdischen Lande erschienen, um den Sündern durch seinen blutigen Opfertod das Heil zu erwerben. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn, aufs Ganze gesehen, nicht auf. Denen, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er Macht, Gottes Rinder zu werden. Endlich wird er das Gericht an der Menschheit vollziehen. Es ist unsere Pflicht, ihn zu hören und zu ehren. Wer von ihm Vergebung der Sünden und die Rraft zum Gutesthun empfangen hat, soll dies Heil aus Dankbarkeit gegen den Heiland und aus Erbarmen zu den Mitmenschen Nahen und Fernen predigen. So soll eine neue Blutsverwandtschaft. unter den Völkern aller Sprachen hergestellt werden. Die Versöhnung mit Gott durch Ehristum versöhnt die Menschen auch mit einander. Daß die Airche berechtigt ist, so zu lehren, ergiebt sich aus der Vergleichung des Neuen Testaments mit dem im Alten niedergelegten Erlösungsplan Gottes. Ausgervahlte Worte Melanchthons?) h Wenn auch das Wesen der Dinge nicht völlig durchschaut und die Ursachen der so wunderbaren Werke Gottes nicht eher verstanden werden können, als bis wir den Ratschluß des ewigen Baumeisters selber vernehmen, so ist doch schon jetzt, in dieser unserer Finsternis, die Betrachtung der Harmonie der Weltkörper ein Zugang zur Erkenntnis Gottes und zur Tugend und treibt uns an, Ordnung und Maß in all' unserm Thun zu bewahren. Die Menschen sind offenbar auch geschaffen, um die Natur zu betrachten. Die Lehre von den Elementen, den Bewegungen, den Eigenschaften und Aräften der Rörper sollen wir daher lieben und pflegen. Gewiß'findet jeder, der seinen klaren Verstand besitzt, nichts Süßeres, als diese Studien.*) **) Es ist Gottes Wille, daß wir in der Schöpfung seiner Spur nachgehen und das auswählen, was uns zum Leben nötig ist. Dies Studium ist eine Vorbereitung auf jene ewige Schule, wo wir die gesamte Natur in ihrem Zusammenhang erkennen werden, wenn uns der Schöpfer selber das ideale Vorbild der Welt offenbaren wird. ((5H9-) 2. Wer ist so eisern, so gefühllos, daß er bei der Betrachtung des Himmels und seiner prachtvollen Lichter deren wechselnde Stellung und Bewegung nicht bewunderte und nicht wünschte, deren *) Nach den drei Hauptartikeln des Apostolischen Glaubensbekenntnisses geordnet. Auf den ^6. Februar d. I. füllt der 400. Geburtstag des Reformators. **) Melanchthon sieht hier ab von der Beschäfligung mit der heiligen Schrift.

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