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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 12 (1896) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
12 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Zeit fast ganz unbekannt, außer zwei Mitschülern, die immer schon meine Teilnahme erweckt hatten. Sie waren die Rinder frommer Eltern und mußten die jüdischen Litten beobachten. Aus diesem Grunde wurden sie oft verspottet, ja, sogar verfolgt. Unser Weg nach Hause ging nach derselben Richtung, und so wunderten wir oft zusammen. Ich erinnere mich, daß wir über den Unterschied zwischen Ehristentum und Judentum sprachen, und daß ich versuchte, ihnen zu beweisen, daß das jetzige Judentum nicht ausreiche, um die Menschen von der Sünde zu befreien. Als ich älter geworden war und einen Beruf wählen mußte, kam es zu einer Prüfung meines schon im Rindesalter gefaßten Entschlusses. Inzwischen hatte ich auch an mir selbst erfahren, daß ich ein Sünder war, aber auch daß ich durch den Opfertod Jesu Ehristi von der Schuld der Sünde erlöst war, und ich wollte nun andere mit diesem Heilmittel für alles Elend der Welt bekannt machen. Daher war mein Interesse für die Juden nicht geringer, sondern im Gegenteil größer geworden. Da sie meine Mitmenschen waren, hatte ich mit ihnen Mitleid. Ich brauchte einen Heiland und eine neue Rraft, um ein wahres Leben zu führen: sie hatten ebendieselbe Not, konnten aus derselben Quelle Zufriedenheit schöpfen, und ich war imstande, ihnen diese frohe Botschaft mitzuteilen. Da sie dem Fleisch nach die Brüder meines Heilandes und seiner Jünger waren, hatte ich sie besonders lieb gewonnen, und ich wollte ihr Bestes suchen. Da sie die Nation bildeten, der ich. das Alte und das Neue Testament verdankte, so wollte ich ihnen meine Schuld abzahlen, indem ich ihnen wiederzugeben suchte, was sie selbst verloren hatten. Da sie ein leidendes und viel verfolgtes Volk waren, wollte ich ihnen irgendwie meine Teilnahme beweisen und ihr Elend zu heben suchen. Es war mir klar geworden, daß das Unglück der Juden aus der Zeit stammt, wo sie Iesum Ehristum zurückwiesen, und daß sie daher nicht eher wieder glücklich sein werden, als bis sie ihn ansehen, welchen sie zerstochen haben, und ihn klagen, wie man flagt ein einiges Rind, bis sie sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um ein erstes Rind. Darum konnte ich ihnen meine Teilnahme am besten zeigen, indem ich sie soweit zu bringen suchte. Da ich ein Jünger Jesu Ehristi geworden war, wollte ich seinem Befehl gehorchen: „Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Nansen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe I" Ich konnte die Worte nie vergessen: „Ehristus mußte predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern und anheben zu Jerusalem." Es war also sein Wille, daß Israel die erste und beste Gelegenheit haben sollte, von ihm zu hören, von ihm, der kam „zum Preis seines Volkes Israel." „Aber wie sollen sie hören ohne Prediger?" Ich konnte wenigstens versuchen, ein Prediger zu sein. Als Bibelleser wußte ich, daß unter Israel die nach der Wahl der Gnade Auserwählten übriggeblieben sind, deren Kerzen bereit sind, das Evangelium anzuerkennen. Als Mitglied der Rirche Ehristi

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