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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 12 (1896) · page 1

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Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
12 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. ms» Wr. 12. — 52. Jahrgang. — 1886. Anhalt: Juw weihnachisfest. — wie ich ein Missionar unter den Juden geworden bin. — Aus dem 88. Jahresbericht der L. I.-M. (Schluß.) — Line doppelte Gewinn- und vcrlustberechnung. — Zu (.Tim. 2, (. — Kleine Missionszeitung. — Die Religion des Propheten und ihre Fortsetzung. — Bücherbericht. Jum Weihnachtsfest. was hat den Balsam deiner wunde Und deinem Schmerze Ruh' gebracht? Ls ist die süße Friedenskunde Aus einer längst vergang'nen Nacht. O Nacht des Mitleids und der Güte, Die auf Judäa niedersank, Als einst der Menschheit sieche Blüte Den frischen Tau des Fimmels trank! O Weihnacht, Weihnacht, höchste Feier!! Wir fassen ihre Wonne nicht, j Sie hüllt in ihre heil'gen Schleier i Das seligste Geheimnis dicht.! Das Paradies war uns verloren: I Uns blieb die Sünde und das Grab, j Da hat die Jungfrau Ihn geboren, i Der das Derlor'ne wiedergab. (N. Lenau.) Me ich ein Missionar unter den Juden geworden bin. ,,Das Kind ist des Mannes Vater." Schon auf der Schule faßte ich den Beschluß, ein Iudenmissionar zu werden. Meine Eltern hatten uns fromm erzogen und uns oft gesagt: „Das Evangelium ist nicht nur für Euch englische Ainder bestimmt, sondern Jesus Lhristus ist für die ganze Welt gestorben. Niemand kann wahrhaft glücklich fein, der Iesum nicht erkannt hat. Es haben noch keineswegs alle Völker der Erde die selige Botschaft gehört. Darum ist es die Pflicht auch für Euch Ainder, zu thun, was Ihr könnt, daß das Evangelium in der ganzen Welt verbreitet wird." Damit wir Gelegenheit hätten, unsere Pflicht zu erfüllen, stand immer eine Missionsbüchse im Zimmer. Auch Missionszeit-' fchriften waren regelmäßig vorhanden, damit wir uns über die Völker, unter denen unsere Vertreter, die Missionare, wirkten, und über den Erfolg der Mission unterrichten könnten. Bei diesen Völkern dachten wir kaum an das jüdische Volk. Aber ich hörte nun auch von den Juden, von denen ich in der Bibel gelesen hatte, daß sie an das Evangelium nicht glaubten, und daß sie fast in jedem Lande unterdrückt und verfolgt würden. Es war stets der Trieb in mir, für diejenigen zu kämpfen, die keinen Verteidiger hqben. Es schien mir damals, daß wir den Juden gegenüber garnichts Rechtes gethan hätten, weil wir sie in unser Interesse für die Mission nicht eingeschlossen hatten. Ich beschloß daher, sie unter meinen Schutz zu nehmen und das Interesse niemer Geschwister für sie zu wecken. Zu diesem Zweck ließ ich mir eine Missionsbüchse und verschiedene Missionsschriften komnien. Persönlich waren mir Juden zu dieser

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