Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 11 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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8? Au WatLH. 10, LS. „Nit der Ablegung eines öffentlichen Bekenntnisses will ich warten, bis ich mehr von Christo gelernt habe," sagte ein junger Heidenchrist dem Missionar Hudson Taylor. Dieser fragte ihn: „Stecken Sie ein Licht an, um es dem Licht behaglicher zu machen?" „Nein," erwiderte der andere, „sondern damit es leuchtet." Taylor fragte weiter: „wird das Licht erst dann nützlich werden, wenn es halb heruntergebrannt ist?" „Nein, sobald ich es anzünde." „wohlan," schloß der Missionar, „gehen Sie. hin und thun Sie desgleichen! Langen Sie gleich an!" — Ein Mädchen aus Neu-Seeland wurde in England erzogen und getauft. Ihre Freundinnen wünschten sie hier zu behalten, aber sie war fest entschlossen, in ihre Heimat zurückzuköhren. „Denkt Ihr denn," rief sie ihnen zu, „daß ich die gute Botschaft für mich behalten könnte? Ich sollte damit zufrieden sein, Vergebung, Frieden und ewiges Leben empfangen zu haben, und nicht meinem Vater und meiner Mutter den weg zur Erlangung dieser Gnade zeigen? Ich würde auch dann zuruckkehren, wenn ich nach Neu-Seeland schwimmen müßte!" Redet ZosepYus von Jesu Christo? Die Zahl der Gelehrten, welche die Angaben der Altertümer des Josephus über Lhristum für echt halten, mehrt sich. Joh. Kreyher, der Verfasser des schönen Werkes „Nachtschatten und Morgenlicht auf der wende der Zeiten," schreibt hier (I, 52) mit Bezug auf den Abschnitt in Buch XVIII, Kap. 3: „Die Stelle findet sich in allen Handschriften und wird bereits von Eusebius, Ambrosius, Hieronymus citiert. Noch einmal (XX, 9) redet Josephus von dem Herrn mit dem Zusatz: „Jesus, der auch Christus heißt." Ebenso spricht er von Johannes dem Täufer in der ehrenvollsten weise (XVIII, 5). Man behauptet, nur ein überzeugter Lhrist hätte in der angegebenen weise von Jesu schreiben können. Das ist unrichtig, vielmehr ist es gerade bei dem jüdischen Geschichtsschreiber durchaus begreiflich. Aus jedem Kapitel seiner Schriften geht ja hervor, daß er vor allem bestrebt ist, den Römern Respekt vor den verachteten Juden beizubringen, und alles benutzt, was nur einigermaßen dazu dienen kann. Wie hätte er die damals bereits vielverbreitete Geschichte Jesu mit Stillschweigen übergehen können? Er redet davon etwa in demselben Ton wie Philostrat von Apollonius von Tyana, aber trotz der wichtigen Miene, die er dabei annimmt, ist er bei seiner bekannten Charakterlosigkeit weit entfernt, sie für seine Person ernst zu nehmen. Offenbar hat ihn nur das Vorurteil der öffentlichen Meinung gegen die Christen seit der neronischen Verfolgung von weiteren Mitteilungen abgehalten, di^ für uns von unschätzbarem werte wären." Znr Geschichte der Miöek. Die Lyoner Bibliothek besitzt eine der ältesten, aus dem 6. Jahrhundert stammenden Handschriften der 5 Bücher Moses, vor ungefähr 50 Jahren wurden \o Hefte dieser Sammlung durch den berüchtigten Bücherdieb Libri gestohlen. Libri verkaufte sie nach England, wo sie J880 für die Lyoner Bibliothek wiedererworben wurden. Kürzlich hat man nun in der Hinterlassenschaft eines Herrn de Verna u neue Hefte des seltenen Manuskripts entdeckt. Das erste enthält die Fortsetzung des im letzten Hefte des wiederhergestellten Manuskripts der Lyoner Bibliothek abgebrochenen Satzes. Die beiden Manuskripte haben also zusammengehört, man weiß aber nicht, wann sie von einander getrennt wurden. — In Läsarea wurde eine Handschrift der Evangelien entdeckt. Man hat sie mit den Blättern verglichen, die sich in patmos befinden und die zu demselben prächtigen Lvangelienkodex, dem sog. Kodex N, gehören, von dem die Bibliotheken in Wien, im Vatikan und im Britischen Museum Blätter besitzen. Allem Anschein nach ist es der Rest des Kodex X, den man in Läsarea aufgefunden hat. Die verschiedenen, in der Welt zerstreuten Blätter haben dieselbe tiefrote Farbe. Die Buchstaben treten darauf in Silber und nur bei heiligen Namen in Gold hervor, haben denselben Charakter, gehören in dieselbe Periode (etwa 550—600 n. Lhr.) und besitzen dieselbe Spalten- und Seitengröße. Die zerstreuten Blätter fehlen in der neuentdeckten Handschrift. Die erste Seite der Blätter in Patmos beginnt mit der zweiten Hälfte eines Wortes, mit dem eine der neuaufgefundenen Seiten endet, während die letzte Seite des letzten Blattes auf Patmos mit einem halben Wort endet, an das sich eine Seite des neuen Fundes anschließt.