Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 11 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Morat und Ueligion. Der Darwinist Jäger schreibt in seinem Buch „Die Darwinistische Lheorie und ihre Stellung zur Moral und Religion": „Line Moral ohne Religion mag sich als Paradoxon recht gut ausnehmen, aber wenn Not an den Mann tritt und ihr vom Leder ziehen sollt, so zieht ihr eine Pfauenfeder aus der Scheide, ein Ding, das nicht haut und nicht sticht. So probierts doch einmal, wenn ihr Kinder haben werdet, und sagt ihnen vor, sie sollten brav und tugendhaft sein! Ihr werdet bald sehen, daß das nicht verfängt. Aber erzählt ihnen vom lieben Vater im Himmel, der ins Verborgene sieht, und vom heiligen Christ, der sie beschenkt, und von den Engeln, die sie beschirmen, dann werdet ihr an den leuchtenden Augen bemerken, daß das ins Herz trifft, und daß Religion das einzige Mittel ist, um die Menschen zu Menschen zu erziehen." Ion 2 neuen Wesstassen berichtet die „Ref. K.-Itg." Der eine ist in Sizilien aufgetaucht. Lin gewisser Roggio Sebastians in Laiamenti giebt sich für den Messias aus und verlangt von jedem, daß er ihn verehre und ihm gehorche. Schon sollen sich Hunderte um ihn gesammelt haben, die in kommunistischer Gemeinschaft unter seiner Leitung leben. Der andere befindet sich in unserer Nähe, in Deutschland. Im Verlag von Max Winter in Chemnitz sind bereits 5 Lehrbücher dieses „Messias der neuen Zeit" erschienen. Derselbe nennt sich Christian Heinrich Seeber und scheint durch den Lhicagoer Religionskongreß angeregt worden zu sein. Seine Lehrbücher bieten unsinnige und rätselhafte Auseinandersetzungen. Seine religiösen Offenbarungen bezeichnet er als „die Bibel, wie sie auf hohen, heiligen Sternen ist." Sie schließen sich vielfach an die apokalyptischen Abschnitte der heiligen Schrift an und stellen also eine Entweihung des heiligen dar. Der Zweifel. Du zweifelst, nicht weil du geworden weiser bist: Du zweifelst, weil noch reif nicht deine Weisheit ist. Der Zweifel ist die hüll', in der die Frucht soll reifen. And die gereifte Frucht wird ihre hüll' abstreifen. (Friedrich Rückert.) Kelst christliche Schriften verbreiten! Pfarrer Schmidt in Cannes sagt in seinem Büchlein „Kellners Weh und Wohl" (q. Aufl. S. 89): „Ls ist geradezu unglaublich, wie träge und feige sich besonders unsere guten Deutschen bei Verteilung von guten Schriften und Traktaten zeigen. Nicht nur Engländer und Amerikaner beschämen sie hier tief, sondern vor allem auch die Sozialdemokraten. Der sozialistische Agitator läßt sich keine Gelegenheit nehmen zur Verbreitung einer volksverführerischen Schrift." Lin Kutscher in einem norddeutschen Kurort, dem Schmidt eine christliche Schrift eingehändigt hatte, sagte später zu ihm: „Mit die Bücher ist das eine ganz eigene Geschichte! Erst lacht man darüber. Aber wenn man sie durchlieft, so sieht man erst, wie man eigentlich sein sollte, und wie man nicht ist." Auf die Frage, ob er nun wohl so werden möchte, wie er eigentlich sein sollte, antwortete der Mann: „Ja. Warum denn nicht?" Schmidt übergab ihm daher das Lukasevangelium als eine Beschreibung des Weges, den er fortan zu wandeln habe. — Der Herausgeber der „D. E." erbietet sich gerne zur Besorgung von Schriften, die unter Israeliten und Christen verbreitet werden können. Für diesen Zweck sei z. B. das soeben erschienene vortreffliche Buch der Frau Pastor Caroline West, geb. Lenthe, welches die Leser in No. \2 angezeigt finden werden, angelegentlichst empfohlen. Namentlich kann dasselbe, wie im Vorwort hervorgehoben wird, der weiblichen Jugend zeigen, wie köstlich ein Leben ist, welches sich unter Mühe und Arbeit im Dienste Gottes verzehrt. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Iahrespreis: 80 Pf. Druck von I. windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.