Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 11 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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85 Mann zu beraten, hieraus entwickelte sich ein Briefwechsel zwischen dem Prediger und dem Jüngling. Aus Dublin wird von einem Juden berichtet, der eine gute Aenntnis des Neuen Testaments hat und von den Hauptwahrheiten desselben verstandesmäßig überzeugt ist. Als er aber gedrängt wurde, ein offenes Bekenntnis abzulegen, erwiderte er: „Ich fühle mich nicht berufen, ein Märtyrer für meinen Glauben zu werden." Ein anderer versicherte, er habe das Neue Testament mehr als 20 mal gelesen, um die Wahrheit ausfindig zu machen. Er meinte aber, es fordere mehr, als er gewähren könne, da es gleich zu Anfang den Glauben an Thristi Menschwerdung verlange. Missionar Meinberger verwies ihn aufs Gebet, als den einzigen Weg zum Verständnis der Bibel, und bemerkte, daß auch er für ihn beten werde. Jener antwortete: „Bitte, thun Sic dasl" Zum europäischen Festland übergehend, beschäftigt sich unser Bericht zuerst mit Österreich. Dem Missionar pick in Arakau dankte ein jüdischer Lehrer für Mc Eauls „Alte Pfade" mit dem Hinzufügen: „Das ist ein preiswürdiges Merk. Es fetzt die Dinge ins rechte Licht." Im dortigen Militärhospital trieb ein mit pick bekannter jüdischer Soldat andere Aranke dazu an, dem Missionar christliche Schriften abzukaufen. Ein junger Mann, der den Erlöser lieb gewonnen hatte, sah der Verfolgung mit festem Gottvertrauen entgegen. Er nahm zweimal in der Moche Unterricht, obwohl er bis 8 Uhr abends hart arbeiten mußte und dann noch eine halbe Stunde für den Gang zum Missionar gebrauchte. Er war ein sehr aufmerksamer Zuhörer. Als feine Absicht sich taufen zu lassen, ruchtbar wurde, drohte man ihm mit der Polizei und mit einer Anzeige an seine Eltern. Endlich mußte er Arakau verlassen und gegen seinen Millen in seine Heimat zurückkehren. Aber pick ist gewiß, daß sein Schüler mit Gottes Hilfe doch noch das erstrebte Ziel erreichen wird. Der Lemberger Missionsarbeiter Rosenstrauch erlebte während einer Reise durch Galizien, die er in Gemeinschaft mit Pastor Stolle unternahm, einen von Ehasidim erregten Aufruhr, welcher beide Männer in ernste Gefahr brachte. Der Wirt ihres von den Fanatikern belagerten Hotels bat sie dringend, dasselbe zu verlassen und sich nach dem Bahnhof zu begeben. Auf der Fahrt dorthin wurde Rosenstrauch von einem der Steine, die man ihnen nachsandte, dermaßen getroffen, daß er ärztliche Hilfe suchen mußte. In einer andern galizischen Stadt ergriff ein Aranker, zu dem er geführt worden war, seine Hand und sagte: „Von dem Augenblick an, wo ich das Neue Testament zu lesen bekam, habe ich gefühlt, daß es ein jüdisches Buch ist, von und an Juden geschrieben. Seither bemühe ich mich, meinen Freunden zu zeigen, daß Jesus der wahre Messias ist und zum zweitenmal erscheinen wird, um sein Aönigreich auf Erden zu vollenden." Die Ränder des von dem Manne gebrauchten Neuen Testaments waren mit Anmerkungen bedeckt. Zn der Hauptstadt Frankreichs empfing der junge Mediziner, von welchem im letzten Jahresbericht die Rede war, die heilige Taufe. Derselbe beabsichtigt, dem himmlischen Herrn als Missionsarzt zu dienen. Aus Deutschland kommen Alagen über die zunehmende Verweltlichung Israels, besonders