Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 11 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Dem Christen ist Jesus die Auferstehung und das Leben (Joh. ((, 25), die himmlische Quelle, aus welcher er beständig Wasser des Lebens schöpft, welche ihm aber auch als Pfand des himmlischen Erbes dient und die Vollendung seines Seligkeitsstandes in der zukünftigen Herrlichkeit verbürgt. Denn die Gnade Gottes bietet uns mehr, als wir zu hoffen wagen, solange wir nur auf eigenen Füßen stehen und mit den Augen der Philosophen ins dunkle Jenseits einzudringen suchen. Die unsterbliche Seele soll nicht nur nach ihrer Entkörperung in einer reineren Welt, ihrer Heimat, fortleben: es wartet ihrer ein noch herrlicheres Los, der beständige Genuß der erhabenen Güter ihres Vaterhauses nach der Vereinigung mit dem erneuerten Leibe. Auf einen Zwischenzustand folgt bei der allgemeinen Auferstehung die letzte, endgültige Entscheidung. Aus dem 88. Jahresbericht der L. Ein jüdischer Arzt in Berlin stellte kürzlich den Satz auf: „Wer da glaubt, daß er im Besitz der Wahrheit ist, der hat auch die Pflicht, diese Wahrheit zu vertreten und der Menschheil kundzuthun, nicht aber in der Verborgenheit mit ihr zurückzuhalten" (Di'. B. Lohn, Vor dem Sturm. S. 55). Im Glauben an die von Ehristo uns anvertraute Wahrheit fühlen wir Ehristen uns verpflichtet, dieselbe auch Israel nahezubringen. Möchten recht viele Israeliten auch dieser Mission, die teils selbständig von einzelnen, teils in vereinsmäßig geordneter Weise getrieben wird, mit der in dem angeführten Satz dargelegten, liebens- und lobenswürdigen Unbefangenheit des Urteils entgegentreten I Die größte unter den vorhandenen Gesellschaften für Israel, die Londoner, beschäftigte im letzten Berichtsjahr \76 Arbeiter und Arbeiterinnen, darunter 80 judenchristliche. Zwei Arbeitsfelder (Wien und Alexandrien), waren unbesetzt. Ein neues wurde in Lanada in Angriff genommen (Toronto). Das wichtigste Missionsmittel, den Hausbesuch, benutzten manche Angestellte mit großer Treue. Einzelne betraten im Lauf des Jahres mehr als (0P0, eine Missionarin, Frau Guttmann, sogar nahezu 2000 Häuser. Daneben wurde durch Predigt und Vortrag, durch Tages- und Abendschule, durch Armen- und Krankenpflege zahlreichen Israeliten die Frage vorgelegt: Wie dünket euch um Ehriftus? Hierbei zeigte sich einerseits Gleichgiltigkeit und Abneigung, andererseits aber auch Heilsverlangen und Empfänglichkeit fürs Evangelium. Freilich fehlte es im letzteren Fall oft an dem Mut, der alles aufopfert, um sich der Wahrheit ganz hinzugeben. Die meisten Taufen (33) kamen in Konstantinopel vor. In Warschau, wo wie in Bristol \2 Israeliten getauft wurden, nahm Dr. Ellis in den letzten fünf Jahren 302 Glieder der Synagoge in die Kirche auf. Bei der Mitteilung von Einzelzügen aus dem Missionsverkehr folgen wir diesmal der Ordnung des Berichts und beginnen daher mit England und Irland. Ein Israelit in London behauptete, das Alte Testament gründ-