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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 11 (1896) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
11 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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82 die Seele stirbt nicht. Hier kommt z. B. Ies. sH in Betracht: die großartige Schilderung vom Einzug des toten Königs von Babel in die Unterwelt. Die auf Erden Gestorbenen leben in einer andern Welt weiter. Sie erheben sich, um dem neuen Genossen entgegenzugehen. „Du bist wie wir," rufen sie ihm zu. „Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern I" Der Unsterblichkeitsglaube liegt auch der Erzählung f. Sam. 28 zu Grunde, doch handelt es sich dort wohl nicht um die wirkliche Erscheinung eines Toten. Im Neuen Testament heißt es Matth. \Or 28, man könne die Seele nicht täten. Matth. 22, 32 wird mit Bezug auf 2. Mose 3, 6 von Gott gesagt, er sei ein Gott nicht der Toten, sondern der Lebendigen. In der parallelstelle Luk. 20, 58 kommt hinzu: „Sie alle leben ihm." Im Iohannesevangelium ist oft von dem ewigen Leben der Jünger Jesu die Rede, als von einem Leben endloser Dauer und reichsten Inhalts. Niemand, der dein Heiland in Wahrheit angehärt, kann aus seinen und seines Vaters Händen gerissen werden. Daß dies auch vom Tode gilt, zeigt Luk. 23, ^3: „Heute wirst du mit mir im Paradiese sein." Blicke in das Leben der abgeschiedenen Seelen, von welchen letzteren ein Teil als die Geister im Gefängnis bezeichnet wird, thun wir Matth. (7, 3, Luk. \<ö, 22 ff-, Ioh. 8, 56, f. Petri 5, f-, Offenb. 6, 9 ff.; V*, \{. \3. Die zweite Stufe erreicht das vom Leibesleben getrennte unsterbliche Seelenleben bei der Wiederherstellung des ersteren. Gott tötet und belebt, wie er verwundet und heilt. Das hierauf bezügliche Selbstzeugnis 5. Mose 32, 39 wird in der Aussage Hannas über Iehovah t- Sam. 2, 6 durch den Zusatz ergänzt: „Er versenkt in die Grube und bringt wieder hervor." Zwar ist die zweite Stelle und vielleicht auch die erste bildlich gemeint, aber beide setzen die Möglichkeit der leiblichen Auferstehung voraus. Ebenso verhält es sich mit Hosea l,Z, und Hes. 37. Ausdrücklich bezeugen Ies. 26, $ und Dan. \2, 2 die Wirklichkeit der künftigen Wiederbelebung der erstorbenen Leiber. Noch viel öfter als der erste redet von ihr der zweite Teil der Bibel. Das stärkste Zeugnis des Neuen Testaments von unserer Auferstehung liegt in seinem Bericht über die Auferstehung Jesu. Dieser überragt die alttestamentlichen Todesüberwinder Henoch und Elia. Er läßt die Seinen an seinem Auferstehungsleben in immer höherem Grade teilnehmen, was jene nicht vermochten. Hiller singt in seinem „Liedeikästlein" (II, f8) von dem Heiland im Anschluß an Phil. 3, 2\: „Er kann viel mehr, als ich glaube. Ihm ist alles unterthan, Daß Lr aus dem schlechtsten Staube Etwas Schönes bilden kann. Jetzo tragen wir auf Erden Leiber der Erniedrigung. Jesus heißt sie himmlisch werden: Leiber der Verherrlichung. „Lichte Augen, Gott zu sehen, Ohren, scharf zum Harfenklang, flitze, rein beim Thron zu stehen, Zungen, geistlich zum Gesang, Häupter, klar zum Kronentragen, Hände, wert der palmenehr', — Doch was will man hier schon sagen? Dort wird alles herrlicher. „O du Geist der Offenbarung, Mach' mich in der Zeit bereit Zu der ewigen Erfahrung Der geglaubten Herrlichkeit! Seh' ich schon mein Grab hier offen, Schreckt mich doch der Moder nicht, Denn ich darf Verklärung hoffen, Und die Hoffnung sieht ins Licht."

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