Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 11 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ar. 11. — 52. Jahrgang. — 1896. Anhakt: Beweise für die Unsterblichkeit der Seele. — Aus dem 88. Jahresbericht der L. I.-M. — Zu pf. 19, 2 ff. — Zu Matth. 10, 32.— Redet Josephus von Jesu Christo? — Zur Geschichte der Bibel.— Moral und Religion. — Bon 2 neuen Messiassen. — Der Zweifel. — Helft christliche Schriften verbreiten! Beweise für die Unsterblichkeit der Seele. II. Biblische Beweise. Die Bibel berichtet in glaubwürdiger Weise von außerordentlichen Aundgebungen des höchsten Wesens, deren gemeinsamer Zweck die Erziehung des Menschengeschlechts ist. Dem letzteren sollen durch diese Offenbarungen namentlich auch über seine Beziehungen zur Ewigkeit die Augen geöffnet werden. Daß des Menschen Seele unsterblich ist, lehrt die Bibel indirekt und direkt. Gott erscheint auf ihren Blättern als die heilige Liebe. Das Alte Testament weissagt, das Neue Testament erzählt von der größten That dieser Liebe: von der Sendung und Opferung des eingeborenen Lohnes. Rönnen wir angesichts einer solchen Gabe an Gottes Geneigtheit zu weiteren Schenkungen zweifeln? Muß nicht auch uns die Gewißheit des Paulus durchdringen, daß der Tod zu den Mächten gehört, welche außerstande sind, uns von der Liebe Gottes zu scheiden? Vgl. Röm. 8, 32. 38. Aber wie die Vollendung des Erlösungswerkes, so muß der Abschluß von Gottes richterlichem Walten vom Tode des Leibes unabhängig sein. Gott ist auch die heilige Gerechtigkeit. Das gottlose Wesen gefällt ihm nicht, und wer böse ist, bleibt nicht vor ihm (ps. 5, 5). Nun geht es aber oft den Gottlosen wohl (ps. 73, 3). Die Erkenntnis, daß sie manchmal ein plötzliches und entsetzliches Ende nehmen (ps. 73, \7 ff.), reicht nicht aus, um uns jenes Rätsel zu lösen, hierzu verhilft erst der Blick übers Grab hinaus, der uns geradezu aufgenötigte Gedanke an die andere Welt, in welcher sich die göttliche Gerechtigkeit an den verstockten Lündern erst recht bethätigen kann. Die Richtigkeit unserer beiden Annahmen wird nun von der heiligen Schrift selbst bezeugt. Die direkten Aussagen der Bibel über die Unsterblichkeit der Seele sind teils rein lehrhafter, teils erzählender Art, d. h. die Bibel stellt die Sache, die uns beschäftigt, nicht nur in Worten, sondern auch in Personen dar. hierbei lehrt sie uns zwei Stufen des Seelenlebens unterscheiden. Der Tod ist nach ihr die Strafe der Sünde. Der Baum des Lebens, der im Garten Eden stand, hätte dem Leibe Unsterblichkeit verliehen, wenn die Seele im Gehorsam gegen den Schöpfer und Gebieter verharrt hätte. Der Ungehorsam machte den Zugang zum Lebensbaum unmöglich. Aber nur der Leib verfällt der Sterblichkeit: