Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 10 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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78 giebt." Später stellt unser Schriftsteller den Grundsatz auf: „Was Gott in feinen: Worte nicht geoffenbart hat, ist nicht zu meinem i)eüe notwendig." Warum? Von unbekannter Hand wurde uns die Nr. 28 der „Laubhütte", eines in Regensburg erscheinenden israelitischen Familienblattes, zugesandt. Wir fanden hier den Artikel wieder, mit welchen: die Nr. 5 der „D. E." für beginnt. Nur fehlt der Schluß. Der Herausgeber weiß, wie es scheint, die von uns aufgeworfene Frage nicht zu beantworten. Statt dessen knüpft er selber an unsere Erzählungen die Frage an: „Da die jüdische Religion so schöne Früchte der Menschlichkeit zeitigt, warum wollen die Missionäre und ihre Blättlein und Traktätlein die Juden dieser segensreichen Religion abwendig machen?" Hierauf folgt noch die Mahnung: „Bekehrt doch Eure eigenen Genossen, auf daß sie rechte Ehristen werden." Wir erwidern: H sowohl die talmudische als auch die moderne Fassung der jüdischen Religion geht auf die biblischen Grundlagen zurück. In beiden jüdischen Aonfessionen können sich daher einzelne schöne Wirkungen des göttlichen Geistes offenbaren. 2) Aber nach den Zeugnissen der heiligen Schrift und der Erfahrung vermag dieser Geist sich dort nicht in seiner ganzen Herrlichkeit zu zeigen, da Israel seinen Messias, Jesum, verwirft. 3) Wer den Nachkommen Jakobs dazu behilflich ist, daß sie dies ihr Unrecht einfehen lernen, die Sühnung desselben begehren und Lhristen werden, der macht sie keineswegs der jüdischen Religion abwendig, sondern stellt ihnen diese wieder her. Denn die christliche Religion ist die jüdische in ihrer Vollendung. Zur Missionsarbeit an allen Völkern, also auch an Israel, verpflichtet uns Jesus selbst. Als seine Diener sind wir ihm unbedingten Gehorsam schuldig. Wir sollen, darum wollen wir. 5) Jesus verkündigt uns auch, daß unsere Arbeit nicht vergeblich sein wird. Schon jetzt dürfen wir es oft erleben, daß unsere mündlichen Predigten ebenso wie unsere Blättlein und Traktätlein dem Evangelium die Thüren öffnen. Endlich aber werden alle Reiche der Welt unseres Gottes und seines Ehristus werden. 6) Die Innere Mission kann zufolge Röm. \\, \2 und \5 erst nach der Bekehrung Israels zur vollen Blüte gelangen. Juden sollen und werden dazu beitragen, daß unsere abgefallenen Brüder und Schwestern den Sinn ändern und rechte Thristen werden. Zu Zoh. 3, 16. Ein Freund Eäsars, welchem dieser eine besondere Gunst erwies, rief beim Empfang derselben: „Herr, die Gabe ist für mich zu groß, als daß ich sie annehmen könnte." „Aber für mich," erwiderte Eäsar, „ist sie nicht zu groß, daß ich sie nicht geben sollte." —wir könnten vor der Größe der göttlichen Liebe erschrecken, die uns den Eingebornen gesandt hat. Doch wollen wir uns vielmehr darüber freuen, daß Gott wirklich und wahrhaftig bereit gewesen ist, das größte Gut, welches er besaß, für uns hinzugeben. Und wir wollen nicht aufhören, ihm dafür zu danken.