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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 10 (1896) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
10 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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77 Messias ist." Aber der Gegner erwidert: „Alles,, das zwingt mich noch nicht, Iesum als den Messias anzuerkennen. Überzeugend würde nur der Nachweis sein, daß die Menschen durch ihn erlöst und selig werden: das erst würde dem Begriff des Messias entsprechen. Nun aber ist klar, daß die Welt und die Einzelnen nach der Erscheinung Jesu nicht besser und glücklicher geworden sind, als sie vor derselben waren." Ochino antwortet: „Du stellst unberechtigte Anforderungen an den Messias. Er sollte nicht kommen, um uns von den äußern Leiden zu befreien, uns reich und mächtig zu machen, sondern er hat uns ein himmlisches Reich gestiftet. Das war Gottes Plan, und Jesus hat ihn ausgeführt. Wenn du sagst, daß die Dinge in der Welt jetzt nicht besser stehen als vor der Erscheinung Ehristi, und daraus schließest, daß der Messias noch nicht gekommen fei, so denkst du dir einen Messias nach weltlicher Art. Aber es sollte ein geistlicher Messias sein: das will ich dir aus Mose und den Propheten beweisen." Diesem Nachweis ist der zweite Dialog gewidmet. In der Vorrede zum ersten Teil der 30 Dialoge schreibt der Verfasser: „Ich glaube, daß nichts in der heiligen Schrift uns so heilsam und notwendig zu wissen ist wie die Thatsache, daß Jesus der wahre Messias ist. Denn wer dies glaubt, erblickt in Jesu die höchste Ünschuld, Liebe und Macht, ein Streben und eine Geistesrichtung, welche ausschließlich den Zwecken der Religion dient und alle Vorzüge und Gaben in höchster Fülle vereinigt. So haben Mose und die Propheten von ihm geweissagt, und auch Lhristus sagt: „Wer an mich glaubt, wird den Tod nicht schmecken, sondern das ewige Leben haben." Da ich nun erwog, wie beseligend diese Erkenntnis sei, und welche göttliche Früchte aus ihr hervorgehen, so habe ich mich hierdurch veranlaßt gesehen, einige Dialoge hierüber niederzuschreiben." Es ist Ochinos Wunsch, dem frommen Grafen Bethford, dem er diese Schrift widmet, mit derselben einen Dienst zu leisten. Durch das Lesen des Buches soll Thristus dem Grafen noch näher treten und noch teurer werden. Vielleicht haben diese Dialoge auch einzelne jüdische Leser heilsam beeinflußt. Eine Ergänzung der Gespräche des ersten Teils bilden der und 20. Dialog. Ochino bejaht hier die beiden Fragen, ob Jesus der Messias und der 5ohn Gottes sei. Er will ihn auch als den eingeborenen Sohn Gottes betrachtet wissen, weil er allein der höchste Prophet, Aönig und Priester sei, weil er allein aus dem heiligen Geist gezeugt sei, weil Gott ihm allein seinen Geist ohne Maß verliehen habe, weil in ihm allein alle Schätze der göttlichen Weisheit und Erkenntnis verborgen seien, weil er allein sündlos gewesen sei. An die Göttlichkeit des Sohnes schließt sich die des heiligen Geistes an. Ochino will sich in Spekulationen über die Dreieinigkeit nicht einlassen, sondern bei den Aussagen der Schrift stehen bleiben. „Die Dreieinigkeit läßt sich schwer diskutieren. Wir wollen sie mit Ehrfurcht betrachten und glauben und die Grenzen nicht überschreiten, bis zu denen Gott sie uns geoffenbart hat. Mir genügt der Glaube, daß es drei göttliche Personen, aber nur ein einziges göttliches Wesen

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