Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1896-01-01 · 8 (1896) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
8 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2555048-2555056--09608-2565782
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ein Niöctfeirid, ber öffentliche voriräge gegen die heil. Schrift hielt, traf mit einem frommen christlichen Prediger in einer Gesellschaft zusammen und gab auch diesem gegenüber seinen Haß gegen das Wort Gottes Ausdruck. Da sagte der Pastor: „vorhin sah ich einen Krüppel auf Krücken daherkommen. Eben wollte er über den Rinnstein gehen, da sprang ein übermütiger Bursche herzu, stieß mit einem Fuß nach den Krücken, und der arme Krüppel fiel in den Schmutz, aus dem er sich nur mit Hilfe einiger mitfühlender Menschen zu erheben vermochte." „Abscheulich!" unterbrach der Bibelfeind den Prediger. „Solchen miserabeln Burschen sollte man exemplarisch bestrafen." Aber der Geistliche sah ihm ernst ins Auge und sagte: „Der miserable Bursche find Sie. Wir alle sind hilfsbedürftige Geschöpfe, denen der gütige Gott die Bibel als Stütze gegeben hat, damit wir nicht im Schmutz der Sünde umkommen, wer sich auf sie stützt, hat einen festen Halt in seiner trostlosen Lebenslage. Sie aber versuchen immerfort durch ihr Gespött der Menschheit diese Stütze zu rauben." Der Spötter schwieg, was er gehört hatte, war wohl geeignet, ihn zur Erkenntnis der Schändlichkeit seiner Handlungsweise anzuleiten. Man raubt uns das teuerste Gut, wenn man uns den Bibelglauben raubt. Iber die „Lacrimae Christi“ von Adatöert Schröter schreibt Di'. Brandes in der „Ref. K.": „Zur Lösung der Iudenfrage soll dies Buch ein Beitrag sein. Aber ehe jemand überhaupt eine Frage lösen will, muß er doch von den Gegensätzen, um deren Versöhnung es zu thun ist, etwas verstehen. Eben das vermissen wir in diesem Buche. Ls mag ja solche Juden und Jüdinnen geben, aber ein richtiger Jude würde sie gewiß nicht als Typen seiner Rasse gelten lassen wollen. Sie sind höchstens innerlich verwahrloste Menschen mit jüdischem Anstrich. Und vollends sind die hier vorgesührten Christen keine Menschen, zu denen sich ein Christ und ein Deutscher bekennen möchte. Daß mit solchen Menschen keine ernste Frage, geschweige denn die Iudenfrage, gelöst werden kann, liegt doch wohl auf der Hand. Mder meint der Verfasser, diese Lösung liege darin, daß seine Heldin am Schluß erklärt: „wir Juden sind nun einmal Juden und wollen es bleiben?" Dann freilich läge die Lösung der Frage in der Erkenntnis, daß die Juden in unser volkstmn nicht paffen. Auf die Konsequenzen dieser Erkenntnis braucht man nicht hinzuweisen." — Die wahre Lösung der Iudenfrage besteht darin, daß die Bekenner des Evangeliums die israelitischen Gegner desselben von ihrer Feindschaft, der Duelle alles ihres Unglücks, emanizipieren, indem sie ihnen die Wahrheit in Liebe predigen. Kleine WifstonszeiLung. Der Westdeutsche Verein für Israel stellte in Verbindung mit der Londoner Barbican-Iudenmission *895 einen Missionar im Elsaß an. Derselbe, P. Littwien, wohnt in Mühlhausen. In Frankfurt wurden 3 Israeliten zur Taufe befördert. P. Stolle fand in der Grafschaft Mörs oft unerwarteten Eingang. Im Frühling besuchte er Galizien. Bei der Erwähnung einer seiner übrigen Missionsreisen schreibt er: „viele unserer Missionsfreunde ahnen nicht die Tiefe der Schmerzen und der Freuden, die ein Christenherz im Verkehr mit Juden bald wie ein Schwert durchdringen, bald himmelan heben können." Miss. Goldstern bittet die Leser seines Berichts: „Lasset uns an Israel nicht allein das ansehen, was es jetzt ist, sondern das, was es laut des Wortes göttlicher Verheißung noch werden soll!" Die Kirchenkollekte am jo. Trinitatissonntag erfuhr besonders in Westfalen eine erfreuliche Steigerung. Für verkaufte Schriften gingen 502 Mk. ein. Gesamteinnahme 30 676 Mk., Ausgabe 28 366 Mk. — Die Britische Gesellschaft zur Ausbreitung des Evangeliums unter den Juden, die ^895 8^89 £ vereinnahmte, führte besonders in Wien und Wilna manche Kinder Abrahams dem neuen Bunde zu. Bei ihrem 55. Iahresfest hielt ein Zögling von Miss. Rosenberg in Adrianopel eine Ansprache. Derselbe wurde von seinem Vater diesem Missionar zu religiöser Unterweisung übergeben, nachdem er in einer Anstalt in Konstantinopel Philologie und Litteratur studiert hatte. Rosenbergs Unterricht, beu der junge Mann ein Jahr lang genoß, überzeugte ihn von der Wahrheit des Evangeliums, weckte in ihm aber auch das Verlangen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.