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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 8 (1896) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
8 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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sr_ Menschenseele, dann weiß ich nicht, wie dies Ziel vollkommener erreicht werden kann als durch die christliche Lehre von der Menschwerdung Gottes . . Welchen Halt bietet der Glaube an eine allen menschlichen Verhältnissen unaussprechlich fernstehende Gottheit? Welche Brücke überspannt die unermeßliche Kluft, die den unendlichen Geist von Geschöpfen scheidet, welche scheinbar weiter nichts sind als physiologische Zufälligkeiten? Welcher andere Glaube als der an die Menschwerdung Gottes kann sie befähigen, sich zu vergegenwärtigen, daß jene beiden, wenn auch himmelweit, doch nicht hoffnungslos von einander getrennt sind? . . Was uns not thut, ist ein so lebendiger Glaube an das Gott und Menschen verbindende Band, daß gar kein Raum mehr bleibt für das hilflose Murren gegen diese feste Ordnung, welches beim Anblick unverdienten Leides so leicht in uns aufsteigt. Diesen Glauben besitzen alle diejenigen, welche die christliche Form des Theismus in ihrer ganzen Kraft empfinden. Denn sie verehren einen, der nicht ein fernstehender Erfinder eines Weltalls ist, dessen Weh ihn kalt läßt. Wenn seine Geschöpfe leiden: hat er nicht auch für sie gelitten? Wenn es nicht immer der schuldigste ist, der vom Leiden betroffen wird: war er nicht unschuldig? sollen sie darüber jammern, daß der Weltplan nicht auf ihr Wohlbefinden gehe: wenn er sich um ihretwillen den gleichen Bedingungen unterworfen hat?" Die Ed^ardi-Ztistung in Hamburg bewilligte in diesem Jahr zum erstenmal (00 Mk. als Beihilfe zur unentgeltlichen Verbreitung der „D. <£.“ unter Israeliten. Indem wir auch hier für die übersandte Gabe unfern herzlichen Dank bezeugen, erlauben wir uns zugleich die ergebene Bitte um fernere Unterstützung dieser Zeitschrift auszusprechen. Die genannte Stiftung, deren Iahresverwalter z. Z. Herr Senior D. Behrmann ist, stammt aus dem Jahr (667. Sie wurde mit einem Aapital von 200 hamburgischen Thalecn begründet und bald so vergrößert, daß sie bereits (675 eine Iahreseinnahme von mehr als (000 Zn?, hatte. Sie erhielt die Bestimmung, den Zwecken der Iudenmission zu dienen. Ihr Urheber war der große Orientalist und philosemit Gsdras Gdzard, geboren als der Sohn eines Hamburger Predigers am 28. Juni 1(629, gestorben in seiner Vaterstadt am 2. Januar (708. Gdzard übte seit (656 eine freie Lehrthätigkeit in Hamburg aus: ein öffentliches Amt zu übernehmen, konnte er sich nie entschließen. Gr stellte seine Gelehrsamkeit in den Dienst der Iudenmission, und zwar missionierte er nicht nur selbst, sondern leitete auch andere Ghristen hierzu an. Im Verkehr mit Israeliten pflegte er nachzuweisen, daß eine vollkommene Erfüllung „des göttlichen Gesetzes und deshalb auch die Abwendung des den Übertretern angedrohten Fluches unmöglich sei. Hieraus folgerte er das Bedürfnis der Versöhnung mit Gott. Dann zeigte er, daß dasselbe nur durch den Messias, den Mittler, den schon das A. T. verkündige, befriedigt werden könne. Bei der Darstellung der christlichen Heilslehre verwertete

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