Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 8 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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60 gemeinsamen Wanderungen entgegen I Dasselbe bietet Ihnen den besten Unterricht über alle religiösen Fragen, besonders auch über die Punkte, die wir in unfern Gesprächen nur gestreift haben. Wöge Gott St> erkennen lassen, daß Jesus sein Gesalbter ist, der hohepriesterliche Aönig, der allein imstande ist, uns aus dem Reich der Sünde in das der Gerechtigkeit zu versetzen! Ju Rom. 1, 16. Gegenüber der Behauptung, daß eine höhere verstandesbilduug die Annahme der christlichen Lehren ausschließe, darf auf eine große Reihe von geistig hervorragenden Persönlichkeiten hingemiesen werden, die sich des Evangeliums von Jesu Ehristo nicht geschämt haben, wir bringen hierfür heute wieder einige Beispiele aus verschiedenen Ständen und Völkern. Der Botaniker Albert Wigand schrieb in seiner letzten Willensäußerung: „Ich wünsche, daß an meinem Grabe das Apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen und in meinem Namen Zeugnis abgelegt werde, daß ich mit Gottes Hülfe alle Artikel desselben geglaubt habe, daß ich, obgleich mit einem kritischen Sinn ausgestattet und stets mit offenen Augen durch das Leben gehend, weder in meiner ganzen Lebensführung noch vonseiten der Wissenschaft durch Zweifel an einem Stücf dieser vollen christlichen Wahrheit angefochten worden bin, und daß ich in diesem Glauben allein eine Lösung aller Rätsel des Daseins und volle Befriedigung gefunden habe." Der Leipziger Nationalökonom Wilhelm Roscher, gest. am 23. April J8<^, erzählt in seinen „Geistlichen Gedanken": „Seit vielen Jahren schon trage ich den Wunsch in mir, habe ihn auch wiederholentlich gegen Frau und Ainder ausgesprochen, daß auf meinen Grabstein die Inschrift gesetzt werden soll: „Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht Hinausstoßen." Ioh. 6, 57. Ich möchte hierdurch für einen jeden, der mein Grab sieht, Zeugnis davon ablegen, auf welchem Grunde allein, aber gottlob auch mit voller Zuversicht, meine Hoffnung des ewigen Lebens steht, möchte zugleich aber auch meiner felsenfesten Überzeugung von der Echtheit des Johannis-Evangeliums, dieser Arone der ganzen heiligen Schrift, Ausdruck geben." Vom zweiten Teil der Bibel sagt Roscher: „Je tiefer ich mich in das Neue Testament einlese, um so höher steigt meine Bewunderung der Vielseitigkeit, womit dies an Umfang so kleine Buch alle irgend wichtigen Verhältnisse des Menschlichen Lebens in ihrem innersten Aern beleuchtet, d. h. auf die Frage, wie sie zu Gott stehen." Der englische Staatsmann Arthur Balfour erklärt in seinem Werk über „Die Grundlagen des Glaubens": „Durch die Wenfchwerdung Gottes gewinnt das ganze System der Dinge, wie wir es uns nur zu leicht vorstellen, ganz andere und weit wahrere Verhältnisse. Sie verändert plötzlich alle Waßstäbe, an denen wir sonst die Größe des Weltalls messen mochten . , Wenn es den Wenschen zu Gemüte geführt werden soll, daß in Gottes Augen die Festigkeit aller Fimmel viel weniger bedeutet als das sittliche Wachstum einer einzigen