Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 52 (1896)
- Issue
- 8 (1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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59 „Christlichen Welt", die alttestamentlichen Sagengestalten seien kein Umgang für Thristenkinder, und deshalb habe die biblische Geschichte des Alten Testaments keinen Wert für den christlichen Religionsunterricht. 23.: Aber mir ist das Alte Testament die Urkunde der vorbereitenden Offenbarung und als solche heilig und wahrhaftig. Die ganze Bibel enthält Gottes Wort. A.: Sie meinen also: in Jesu Tod gipfele die biblische Opfereinrichtung? 23.: So ist es. Menschlich betrachtet, ist dieser Tod die größte Sünde Israels. An jenem Freitag, an welchem er eintrat, konnte Gott seinem Volk zurufen, was er einst zu Kain sagte: „Was hast du gethan? Die Stimme von deines Bruders Blut schreiet zu mir von der Erde zum Fimmel." Aber was die Menschen böse gemacht haben, hat Gott gut gemacht. Göttlich betrachtet, ist Jesu Tod der größte Segen für die Menschheit. Gr befreit die Zahlungsunfähigen von der verdienten Strafe, aber zugleich auch die Willensschwächen von der furchtbaren Gewaltherrschaft, der sie unterworfen sind. Gin Sündenknecht wird durch den Sohn Gottes, durch den Menschen, der von oben her gekommen ist (^. Kor. \5, %7), in einen Freien verwandelt (Joh. 8, 3^—36). A. : Beweise, mein f)ert! Geben Sie mir ausreichende Beweise! B. : Mit Recht stellen Sie dies Verlangen. Als Jakob von Joseph hörte, daß derselbe in Ggypten nach dem König der erste sei, zweifelte er anfangs an der Wahrheit dieser Kunde. Zum Glauben gelangte er erst, nachdem er alle Worte Josephs vernommen und die von diesem entsandten Wagen Pharaos gesehen hatte. Meine Behauptungen werden für Sie Beweiskraft erhalten, wenn Sie einerseits in den ganzen Reichtum der Worte Jesu eindringen und andererseits die Vehikel beachten, die der Grlöser Ihnen gesandt hat. A.: Was sind das für Vehikel? B: Das sind die Kundgebungen der beseligenden und weltüberwindenden Wirkungskraft des Evangeliums in der Vergangenheit und Gegenwart. Wer Augen hat, zu sehen, der muß sehen, daß die Grde infolge des Auftretens Jesu und im Zusammenhang mit der predigt von seinem Kreuz ein anderes Aussehen erhalten hat. Ebenso übt die Botschaft von ihm auch an jedem einzelnen, der sie annimmt, eine wunderbare Macht aus. Wer auf den ans Kreuz erhöhten Heiland gläubig hinschaut, der erfährt es bald an sich selbst, daß er vom geistlichen Tode zum geistlichen Leben gelangt ist, wie die Zeitgenossen Moses durch den Blick auf die eherne Schlange leiblich gerettet wurden (Joh. 3, f.). Unser Grdenwandel gestaltet sich so zu einer unaufhörlichen Danksagung für die uns widerfahrene, unaussprechliche Gnade (Kol. \2 ff.). A. : Leider muß ich in nächster Zeit verreisen. Sonst würde ich Sie um Fortsetzung unserer Spaziergänge bitten. Gs war mir wirklich von Wert, über religiöse Dinge mit jemand reden zu können. Ich habe sonst hierzu keine Gelegenheit. B. : Nehmen Sie dies Neue Testament zum Andenken an unsere