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Dibre Emeth · 1896-01-01 · 6 (1896) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
52 (1896)
Issue
6 (1896)
Date
1896-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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4? Au Psalm 103, 2. Während des nordamerikanischen Bürgerkrieges wurde ein blutjunger Rekrut aus Vermont, William Scott, zum Tode durch Erschießen verurteilt, weil erlauf seinem Posten geschlafen hatte, aber auf Abraham Lincolns Fürsprache hin begnadigt. Über die Zusammenkunft, welche der Präsident nach Scotts Freilassung mit diesem hatte, erzählte Scott selbst: „Der Präsident war der freundlichste Mann, den ich je gesehen habe. Zuerst war ich sehr konfus, weil ich noch nie mit einem großen Manne gesprochen hatte. Aber Mr. Lincoln war so gemütlich mit mir, daß ich bald darüber hinweg kam. „Mein Sohn," sagte er zu mir, „Du wirst also morgen nicht erschossen werden. Ich will Dir Vertrauen schenken und Dich zu Deinem Regiment zurückschicken. Aber ich bin von Washington, wo ich sehr viel zu thun habe, hergekommen, und nun möchte ich wissen, wer meine Rechnung bezahlen wird." Mir stieg etwas in die Kehle auf, und ich konnte zuerst nicht sprechen. Endlich sagte ich: ,,wir haben etwas in der Sparkasse stehen und könnten auf unser Haus Geld aufnehmen. Und dann sind meine Brüder noch da, die mir wohl auch helfen werden. So könnte ich Sie wohl bezahlen, wenn es nicht mehr ist als 500—600 Dollars." ,,Aber es ist viel mehr als 600 Dollars," erwiderte der Präsident. Jetzt wußte ich keinen Ausweg, meinte aber doch, ich würde es zwingen, wenn ich am Leben bliebe. Da legte Mr. Lincoln seine Hände auf meine Schultern, sah mir ins Gesicht, als wenn er traurig wäre, und sagte: „Mein Sohn, meine Rechnung ist eine sehr große. Deine Brüder können sie nicht bezahlen und die Sparkasse auch nicht und auch das Haus nicht. Ls ist nur Lin Mensch in der ganzen Welt, der sie bezahlen kann, und der heißt: William Scott, wenn von heule an William Scott seine Pflicht thut, so daß er mir, wenn ich bei seinem Sterben wäre, so ins Gesicht sehen und sagen könnte, er habe sein Versprechen gehalten und seine Schuldigkeit gethan — dann wird meine Rechnung bezahlt sein, willst Du das Versprechen geben und versuchen, es zu halten?" Ich gab ihm das versprechen. Er ging fort, und ich habe ihn nie wieder gesehen. Aber Gott soll meiner vergessen, wenn ich je feinet freundlichen Worte oder meines Gelöbnisses vergesse." Scott fand später seinen Tod, als er mitten im Kugelregen Verwundete zu retten versuchte. — Jesus hat sich bei Gott persönlich für unsere Begnadigung verwandt und sie erlangt, wie dankbar sollten wir ihm zeitlebens sein! Zu 1. Kor. 2,10 ff. und Joh. 1,1 ff. Paulus unterscheidet Gott und seinen Geist, Johannes Gott und sein Wort, beide unterscheiden aber so, daß Geist und Wort mit dem götilichen Wesen zugleich auch vereinigt bleiben. Denn unser Glaube hätte sein Ziel, Gott selbst zu finden, nicht erreicht, wenn der Geist, welchen Gott schenkt, und das Wort, welches er spricht, nicht Gott selbst wäre, derselbe, welcher uns nahe kommt und zugleich freimächtig über uns waltet. Aber warum Geist und Wort? weil keines von beiden allein der wirklichen götilichen Offenbarung entspricht und genügt. Ein anderer mag manches von unserem Innenleben ahnen, aber uns und unseren Geist wirklich kennen wird nur der, welchem wir uns durch das persönliche Wort erschließen. Andererseits wird das bloße Wort unser Inneres nicht enthüllen, wo jede innerliche Berührung mit und Versenkung in unseren Geist fehlt. Ahnungen über Gottes Wesen gingen der Menschheit an dem in Natur nnd Geschichte gesenkten göttlichen Geiste aus, Gewißheit und Klarheit brachte erst das persönliche Wort der geschichtlichen Offenbarung, wie es in Ehristo, dem eingeborenen Sohne Gottes, Fleisch ward. Zum Ziel aber kommt diese Offenbarung des Wortes nur da, wo der Geist ihr Verständnis aufthut. (K. Müller-Erlangen.) Zwei christliche NHikosophen. Der Straßburger Philosoph Bautain bekannte einst: „Die Bibel ist die Grundlage meiner Philosophie." Drei ungläubige jüdische Juristen, welche seine Vorlesungen besuchten, waren über dies Bekenntnis so erstaunt, daß sie mit ihm in einen Briefwechsel traten. Der Gelehrte, ein Sohn der katholischen Kirche, widerlegte ihre Linwürfe und führte sie zur Entscheidung. Die drei, welche Professor Bautain für Lhristus gewann, Theodor Ratisbonne, Isidor Loschler und Julius Lewel, wurden später katholische Priester. — Lin evangelischer Philosoph war der am 2\, Jan. *895 im Alter von 60 Jahren zu Lausanne verstorbene Prof. Charles

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